„Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. Johannes 18:37
„Warum Gott Abraham die Hungersnot erleiden ließ
„Abraham setzte seine Reise nach Süden fort und wurde erneut auf die Probe gestellt. Der Himmel hielt den Regen zurück und die Herden fanden keine Weide. Das gesamte Lager drohte zu verhungern. Alle beobachteten gespannt, was Abraham tun würde, während ein Unglück nach dem anderen eintrat. Solange sein Vertrauen unerschütterlich schien, hatten sie das Gefühl, dass es Hoffnung gab; sie waren sich sicher, dass Gott sein Freund war und ihn immer noch führte. EP 76.4
„Abraham hielt an der Verheißung fest: „Ich will dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein.“ Er ließ nicht zu, dass die Umstände seinen Glauben an Gottes Wort erschütterten. Um der Hungersnot zu entkommen, ging er nach Ägypten hinab. Er kehrte in seiner Not nicht in das Land der Chaldäer zurück, aus dem er stammte, sondern suchte eine vorübergehende Zuflucht so nah wie möglich am Land der Verheißung. EP 77.1
„Der Herr hatte diese Prüfung in seiner Vorsehung über Abraham gebracht, um ihn Lektionen zu lehren, die allen zugutekommen sollten, die später dazu berufen werden, Bedrängnis zu ertragen. Gott vergisst oder verstößt diejenigen nicht, die ihr Vertrauen in ihn setzen. Die Prüfungen, die unseren Glauben am stärksten auf die Probe stellen und den Anschein erwecken, dass Gott uns verlassen hat, sollen uns näher zu Christus führen. Wir können all unsere Lasten zu seinen Füßen legen und den Frieden erfahren, den er uns im Gegenzug geben wird. EP 77.2
„In der Hitze des Schmelzofens wird der Schlacke das wahre Gold des christlichen Charakters entzogen. Durch enge, prüfende Prüfungen erzieht Gott seine Diener. Er sieht, dass einige Kräfte haben, die sie für den Fortschritt seines Werkes einsetzen können. Durch seine Vorsehung bringt er sie in Positionen, die ihren Charakter auf die Probe stellen und Schwächen aufdecken, die ihnen selbst nicht bewusst sind. Er gibt ihnen die Möglichkeit, diese Fehler zu korrigieren. Er zeigt ihnen ihre eigene Schwäche und lehrt sie, sich auf ihn zu verlassen. So werden sie erzogen, ausgebildet und diszipliniert und darauf vorbereitet, den großen Zweck zu erfüllen, für den ihnen ihre Kräfte gegeben wurden. Himmlische Engel können sich mit ihnen in der auf Erden zu vollbringenden Arbeit vereinen. EP 77.3
Lies Johannes 18:37. Was sagt uns dies über das Werk Christi, den Täuschungen des Feindes entgegenzuwirken? Was bedeutet es, dass Jesus König ist?
Die Regierung, unter der Jesus lebte, war korrupt und diktatorisch. Überall gab es schreiendes Unrecht wie Erpressung, Unduldsamkeit und bedrückende Härte. Der Heiland wollte jedoch keineswegs das bürgerliche Leben reformieren. Er griff weder die nationalen Mißbräuche an, noch verurteilte er die Feinde seiner Nation. Er mischte sich auch nicht in die Herrschaft oder Verwaltung der Machthaber ein. Er, unser Vorbild, hielt sich irdischer Herrschaft fern. Nicht etwa, weil er gegenüber den Nöten der Menschen gleichgültig gewesen wäre, sondern weil menschliche und rein äußerliche Maßnahmen hier nicht helfen konnten. Um wirksam sein zu können, mußte der Heilungsprozeß sich auf den einzelnen erstrecken und dessen Herz erneuern. LJ 503.1
Nicht durch Gerichts- oder Konzilsentscheidungen, nicht durch gesetzgebende Versammlungen oder durch Begünstigung seitens der Großen dieser Welt wird das Reich Christi aufgerichtet, sondern dadurch, daß der Heilige Geist den Menschen den Charakter Jesu Christi einpflanzt. “Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.” Johannes 1,12.13. Hier haben wir es mit der einzigen Kraft zu tun, die die Menschheit emporzuheben vermag. Der menschliche Anteil an der Vollendung dieses Werkes besteht darin, das Wort Gottes zu lehren und auszuleben. LJ 503.2
Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.” Johannes 18,36.37. LJ 725.1
Christus bestätigte damit, daß sein Wort ein Schlüssel ist, der allen, die bereit sind, es zu empfangen, das Geheimnis Gottes erschließt. Es entfaltet eine in ihm selbst liegende Kraft, und nur so ist es erklärbar, daß sich Jesu Reich der Wahrheit so weit auszudehnen vermochte. Jesus wollte Pilatus verständlich machen, daß sein verpfuschtes Leben nur erneuert werden könne, wenn er die göttliche Wahrheit annehmen und in ihr aufgehen würde. LJ 725.2
Lies Römer 3:23–26 und Römer 5:8. Was verraten diese Passagen darüber, wie Christus die Anschuldigungen des Teufels besiegt?
„Es wurde reichlich Gnade gewährt, damit die gläubige Seele von Sünde frei gehalten werden kann; denn der ganze Himmel mit seinen grenzenlosen Ressourcen wurde uns zur Verfügung gestellt. Wir sollen aus dem Brunnen der Erlösung schöpfen. Christus ist das Ende des Gesetzes für die Gerechtigkeit aller, die glauben. In uns selbst sind wir Sünder; aber in Christus sind wir gerecht. Nachdem Gott uns durch die zugeschriebene Gerechtigkeit Christi gerecht gemacht hat, erklärt er uns für gerecht und behandelt uns als gerecht. Er betrachtet uns als seine lieben Kinder. Christus wirkt gegen die Macht der Sünde, und wo die Sünde im Überfluss vorhanden war, ist die Gnade noch viel mehr vorhanden. „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.„ (Römer 5:1-2). 1SM 394.1
„Als Christus sein Haupt neigte und starb, trug er die Säulen des Reiches Satans mit sich auf die Erde. Er besiegte Satan.“ FLB 50.3
„Christus unterwarf sich der Kreuzigung, obwohl die himmlischen Heerscharen ihn hätten befreien können. Die Engel litten mit Christus. Gott selbst wurde mit Christus gekreuzigt; denn Christus war eins mit dem Vater. Diejenigen, die Christus ablehnen, diejenigen, die diesen Mann nicht über sich herrschen lassen wollen, entscheiden sich dafür, sich unter die Herrschaft Satans zu stellen, um sein Werk als seine Knechte zu tun. Doch für sie gab Christus sein Leben auf Golgatha hin.61“ FLB 50.4
Lies Offenbarung 12:10–12 im Lichte von Genesis 3:15. Inwiefern wirft diese Passage ein Licht auf die kosmische Bedeutung des Sieges Christi am Kreuz?
Satan erkannte, daß ihm seine Maske abgerissen war. Seine Handlungsweise wurde vor den nicht gefallenen Engeln und dem ganzen Himmel offenbar. Er hatte sich selbst als Mörder zu erkennen gegeben. Indem er das Blut des Sohnes Gottes vergoß, begab er sich aller Sympathien der himmlischen Wesen. Fortan war sein Wirken beschränkt. Welche Haltung er auch immer einnehmen würde, er konnte nicht mehr auf die Engel warten, wenn sie von den himmlischen Höfen kamen, und vor ihnen Christi Brüder verklagen, daß sie mit unreinen, sündenbefleckten Kleidern angetan seien. Das letzte Band der Zuneigung zwischen der himmlischen Welt und Satan war zerrissen. LJ 762.3
Dennoch wurde Satan damals nicht vernichtet. Die Engel verstanden selbst jetzt noch nicht, was der große Kampf alles in sich vereinte. Die auf dem Spiel stehenden Grundsätze mußten erst völlig offenbart werden, und um der Menschen willen mußte Satans Existenz erhalten bleiben.[Die folgenden drei Sätze sind nach dem englischen Original zitiert.] Die Engel verstanden selbst zu jenem Zeitpunkt noch nicht alles, was der große Kampf enthielt. Die Grundsätze, die auf dem Spiel standen, sollten noch völliger offenbart werden, und um der Menschen willen mußte Satans Existenz erhalten bleiben.Menschen wie Engel mußten den großen Gegensatz zwischen dem Fürsten des Lichts und dem Fürsten der Finsternis erkennen und sich entscheiden, wem sie dienen wollten. Der Mensch muß so wie die Engel den großen Gegensatz zwischen dem Fürsten des Lichts und dem Fürsten der Finsternis erkennen und sich entscheiden, wem er dienen will. LJ 762.4
Lies Jesaja 5:1–4. Wer spricht in diesen Versen? Von wem spricht Jesaja? Wen stellen der Weinberg und der Weinbergbesitzer dar? Welche Bedeutung haben die Handlungen des Weinbergbesitzers im Namen des Weinbergs? Was ist das Ergebnis?
The Lord had through Moses set before His people the result of unfaithfulness. By refusing to keep His covenant, they would cut themselves off from the life of God, and His blessing could not come upon them. At times these warnings were heeded, and rich blessings were bestowed upon the Jewish nation and through them upon surrounding peoples. But more often in their history they forgot God and lost sight of their high privilege as His representatives. They robbed Him of the service He required of them, and they robbed their fellow men of religious guidance and a holy example. They desired to appropriate to themselves the fruits of the vineyard over which they had been made stewards. Their covetousness and greed caused them to be despised even by the heathen. Thus the Gentile world was given occasion to misinterpret the character of God and the laws of His kingdom. PK 20.1
With a father's heart, God bore with His people. He pleaded with them by mercies given and mercies withdrawn. Patiently He set their sins before them and in forbearance waited for their acknowledgment. Prophets and messengers were sent to urge His claim upon the husbandmen; but, instead of being welcomed, these men of discernment and spiritual power were treated as enemies. The husbandmen persecuted and killed them. God sent still other messengers, but they received the same treatment as the first, only that the husbandmen showed still more determined hatred. PK 21.1
The withdrawal of divine favor during the period of the Exile led many to repentance, yet after their return to the Land of Promise the Jewish people repeated the mistakes of former generations and brought themselves into political conflict with surrounding nations. The prophets whom God sent to correct the prevailing evils were received with the same suspicion and scorn that had been accorded the messengers of earlier times; and thus, from century to century, the keepers of the vineyard added to their guilt. PK 21.2
The goodly vine planted by the divine Husbandman upon the hills of Palestine was despised by the men of Israel and was finally cast over the vineyard wall; they bruised it and trampled it under their feet and hoped that they had destroyed it forever. The Husbandman removed the vine and concealed it from their sight. Again He planted it, but on the other side of the wall and in such a manner that the stock was no longer visible. The branches hung over the wall, and grafts might be joined to it; but the stem itself was placed beyond the power of men to reach or harm. PK 21.3
Of special value to God's church on earth today—the keepers of His vineyard—are the messages of counsel and admonition given through the prophets who have made plain His eternal purpose in behalf of mankind. In the teachings of the prophets, His love for the lost race and His plan for their salvation are clearly revealed. The story of Israel's call, of their successes and failures, of their restoration to divine favor, of their rejection of the Master of the vineyard, and of the carrying out of the plan of the ages by a goodly remnant to whom are to be fulfilled all the covenant promises—this has been the theme of God's messengers to His church throughout the centuries that have passed. And today God's message to His church—to those who are occupying His vineyard as faithful husbandmen—is none other than that spoken through the prophet of old: PK 22.1
“Sing ye unto her, A vineyard of red wine. I the Lord do keep it; I will water it every moment: lest any hurt it, I will keep it night and day.” Isaiah 27:2, 3. PK 22.2
Let Israel hope in God. The Master of the vineyard is even now gathering from among men of all nations and peoples the precious fruits for which He has long been waiting. Soon He will come unto His own; and in that glad day His eternal purpose for the house of Israel will finally be fulfilled. “He shall cause them that come of Jacob to take root: Israel shall blossom and bud, and fill the face of the world with fruit.” Verse 6. PK 22.3
Lesen Sie Matthäus 21:33–39 und denken Sie dabei besonders an die Frage Jesaja 5:4. Was könnte er noch tun, außer dem, was er bereits getan hat?
“Es war ein Hausvater,” sagte Christus, “der pflanzte einen Weinberg und führte einen Zaun drum, und grub eine Kelter drinnen, und baute einen Turm, und tat ihn den Weingärtnern aus, und zog über Land.” CGl 282.2
Eine Beschreibung dieses Weinberges wird vom Propheten Jesaja gegeben: “Wohlan, ich will meinen Lieben singen, ein Lied meines Geliebten von seinem Weinberge: Mein Lieber hat einen Weinberg an einem fetten Ort. Und er hat ihn verzäunet und mit Steinhaufen verwahret und edle Reben drein gesenkt. Er baute auch einen Turm drinnen und grub eine Kelter drein und wartete, daß er Trauben brächte.” Jesaja 5,1.2. CGl 282.3
Der Landmann wählt ein Stück Land in der Wildnis, er umzäunt dasselbe, reinigt es von Steinen, pflügt es, bepflanzt es dann mit den auserwähltesten Weinreben und erwartet eine reiche Ernte. Er erwartet, daß dieses Stück Land, nachdem es so viel besser ist, als die unbearbeitet daliegende Wildnis, ihm für seine Arbeit und Fürsorge Ehre machen werden. So hatte Gott auch ein Volk aus der Welt erwählt, das von Christo erzogen und ausgebildet werden sollte. Der Prophet sagt: “Des Herrn Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel, und die Männer Judas seine Pflanzung.” Jesaja 5,7. Diesem Volke hatte Gott große Vorrechte zuteil werden lassen und es nach dem Reichtum seiner Güte gesegnet. Dann erwartete er aber auch, daß es ihn durch Fruchttragen ehren werde. Es sollte die Grundsätze seines Reiches offenbaren. Inmitten einer gefallenen, gottlosen Welt sollte es den Charakter Gottes darstellen. CGl 283.1
Als der Weinberg des Herrn Zebaoth sollte es ganz andere Früchte bringen als die heidnischen Völker. Diese götzendienerischen Völker hatten sich der Gottlosigkeit ganz und gar hingegeben. Gewalttaten und Verbrechen, Habgier, Unterdrückung und die lasterhaftetesten Gebräuche wurden ohne Zurückhaltung ausgeübt. Bosheit, Entartung und Elend waren die Früchte des verderbten Baumes. In einem entschiedenen Gegensatz dazu sollten die Früchte in dem von Gott gepflanzten Weinberge sein. CGl 283.2
Es war das Vorrecht des jüdischen Volkes, den Charakter Gottes darzustellen, wie er dem Moses offenbart worden war. In Erhörung des Gebetes Moses: “So laß mich deine Herrlichkeit sehen,” verhieß der Herr: “Ich will vor deinem Angesicht alle meine Güte vorübergehen lassen.” “Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Herr, Herr, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue! Der da bewahret Gnade in tausend Glieder, und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde.” 2.Mose 33,18.19; 2.Mose 34,6.7. Dies war die Frucht, welche Gott von seinem Volke zu bekommen wünschte. In der Reinheit ihres Charakters, in der Heiligkeit ihres Lebens, in ihrer Barmherzigkeit, ihrer Liebe und ihrem Mitleid sollten sie zeigen, daß das Gesetz vollkommen ist, und die Seele erquickt. Psalm 19,8. CGl 283.3
Gott beabsichtigte durch das jüdische Volk allen Völkern reiche Segnungen mitzuteilen. Durch Israel sollte der Weg vorbereitet werden, daß sein Licht sich über die ganze Erde ausbreite. Die Völker der Welt hatten infolge ihrer verderblichen Gebräuche die Erkenntnis Gottes verloren. Dennoch raffte Gott in seiner Barmherzigkeit sie nicht hinweg. Er wollte ihnen durch seine Gemeinde eine Gelegenheit geben, mit ihm bekannt zu werden. Er beabsichtigte, daß die durch sein Volk geoffenbarten Grundsätze das Mittel sein sollten, um das moralische Ebenbild Gottes im Menschen wieder herzustellen. CGl 284.1
Um diesen Zweck zu erreichen, rief Gott den Abraham aus seiner götzendienerischen Verwandtschaft heraus und gebot ihm, im Lande Kanaan zu wohnen. “Ich will dich zum großen Volk machen,” sagte er, “und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und sollst ein Segen sein.” 1.Mose 12,2. CGl 284.2
Die Nachkommen Abrahams, Jakob und seine Söhne wurden nach Ägypten gebracht, damit sie inmitten jenes großen und gottlosen Volkes die Grundsätze des Reiches Gottes offenbaren möchten. Die Treue Josephs und seine wunderbare Einrichtung, durch welche dem ganzen ägyptischen Volke das Leben erhalten wurde, war eine Darstellung des Lebens Christi. Moses und viele andere waren Zeugen für Gott. CGl 284.3
Lies Römer 3:1–4 im Lichte von Jesaja 5:3-4. Was lehrt uns dies darüber, dass Gott selbst im kosmischen Konflikt gerechtfertigt wird? Was hätte Er noch tun können, als das, was Er getan hat?
„Was hätte man mehr für meinen Weinberg tun können, als ich für ihn getan habe?“, fragt Gott. “Darum, als ich darauf schaute, dass er Trauben hervorbringen sollte, brachte er wilde Trauben hervor?“ Als Gott zu seiner Zeit nach Früchten verlangte, waren die Juden überrascht, dass er überhaupt etwas in dieser Art erwartete. Sie behaupteten, das frommste Volk auf Erden zu sein. Sie waren als Wächter und Almosengeber der Wahrheit eingesetzt worden, und sie hätten die Güter des Herrn nutzen sollen, um die Welt zu segnen und ihr Gutes zu tun. Aber sie misshandelten die Boten, die zu ihnen gesandt wurden; und als Gott seinen Sohn, den Erben des Erbes, sandte, hoben sie ihn auf das Kreuz von Golgatha. Eines Tages werden sie das Ergebnis ihrer Unbußfertigkeit sehen. Die flehentliche Bitte unendlicher Liebe wird nicht mehr erhört werden; aber der Zorn des Lammes, der Macht, der sie trotzten, wird wie ein Fels auf sie herabfallen und sie zu Staub zermahlen. RH 17. Juli 1900, Abs. 16
„Was hat nun der Jude für einen Vorteil? Oder was nützt die Beschneidung? Vieles in jeder Hinsicht: vor allem, weil ihnen die Orakel Gottes anvertraut wurden.“ Aber das, was ihr größter Segen gewesen wäre, wurde zu ihrer Verdammnis, weil sie ungehorsam, undankbar und unheilig waren. RH 17. Juli 1900, Abs. 17
Lesen Sie Offenbarung 15:3 und Offenbarung 19:1–6. Was lehren uns diese Passagen über die Rechtfertigung des Namens Gottes am Ende? Was könnte Er noch mehr tun, als Er bereits getan hat?
“Wer sollte dich nicht fürchten, Herr, und deinen Namen preisen? Denn du bist allein heilig. Denn alle Heiden werden kommen und anbeten vor dir; denn deine Urteile sind offenbar geworden.” Offenbarung 15,4. Jede Frage über Wahrheit und Irrtum in dem langanhaltenden Kampf ist nun klargestellt worden. Die Folgen der Empörung, die Früchte der Mißachtung der göttlichen Verordnungen sind vor den Augen aller geschaffenen Wesen offen dargelegt, und die Wirkung der Herrschaft Satans im Gegensatz zur Regierung Gottes ist dem ganzen Weltall gezeigt worden. Satans eigene Werke haben ihn verdammt. Gottes Weisheit, seine Gerechtigkeit und seine Güte sind völlig gerechtfertigt. Es zeigt sich, daß all sein Handeln in dem großen Kampf von der Rücksicht auf das ewige Wohl seines Volkes und zum Besten aller von ihm erschaffenen Welten bestimmt worden ist. “Es sollen dir danken, Herr, alle deine Werke und deine Heiligen dich loben.” (Psalm 145,10.) Die Geschichte der Sünde wird ewig dafür zeugen, daß von dem Bestehen des Gesetzes Gottes die Glückseligkeit aller Wesen abhängt, die er geschaffen hat. Mit all den Tatsachen des großen Kampfes vor Augen werden alle seine Geschöpfe, die Treuen wie die Rebellischen, einstimmig erklären: “Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, o König der Nationen!” GK 669.2
Dem ganzen Weltall ist das große Opfer, das von dem Vater und dem Sohn um des Menschen willen gebracht wurde, deutlich gezeigt worden. Jetzt ist die Stunde gekommen, da Christus die ihm gebührende Stellung einnimmt und über Fürstentümer und Gewalten und jeden Namen, der genannt werden mag, verherrlicht wird. Um der Freude willen, die ihm verheißen war — daß er viele Kinder zur Herrlichkeit bringen würde —, erduldete er das Kreuz und achtete die Schande gering. Waren auch die Schmerzen und die Schande unfaßbar groß, größer noch sind die Freude und die Herrlichkeit. Er schaut auf die Erlösten, die in sein Bild umgewandelt sind, bei denen jedes Herz das vollkommene Gepränge des Göttlichen trägt, jedes Antlitz das Bild ihres Königs widerstrahlt. Er sieht in ihnen den Erfolg der belastenden Arbeit seiner Seele und ist zufrieden. Dann erklärt er mit machtvoller Stimme, die zu allen versammelten Gerechten und Gottlosen dringt: GK 670.1
Gott sagte über Israel: “Ich ... hatte dich gepflanzt als einen edlen Weinstock, ein ganz echtes Gewächs. Wie bist du mir denn geworden zu einem schlechten, wilden Weinstock?” Jeremia 2,21. “Israel ist ein üppig rankender Weinstock, der seine Frucht trägt. Aber je mehr Früchte er hatte, desto mehr Altäre machten sie; wo das Land am besten war, da richteten sie die schönsten Steinmale auf.” Hosea 10,1. “Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, daß er gute brächte? Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, daß er verwüstet werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, daß er zertreten werde. Ich will ihn wüst liegen lassen, daß er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, daß sie nicht darauf regnen. Des Herrn Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.” Jesaja 5,3-7. “Das Schwache stärkt ihr nicht, und das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht; das Starke aber tretet ihr nieder mit Gewalt.” Hesekiel 34,4. WA 14.2
Die jüdischen Führer hielten sich für zu weise, um der Belehrung, für zu gerecht, um der Erlösung und für zu erhaben, um der Ehre zu bedürfen, die Christus verleiht. Deshalb wandte sich der Heiland von ihnen ab und anvertraute anderen die Vorrechte, die sie verschmähten, und das Werk, das sie geringschätzten. Gottes Ehre muß offenbart und sein Wort ausgebreitet werden. Christi Reich muß auf dieser Erde gebaut und die Botschaft von der Erlösung überall in der Welt verkündigt werden. Zu diesem Werk, dem sich die jüdischen Führer versagt hatten, wurden nun die Jünger berufen. WA 15.1