
„Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem einzelnen zu vergelten entsprechend seinen Wegen, entsprechend der Frucht seiner Taten. Jeremia 17:10
Diese Worte des Apostels wurden zur Belehrung der Gläubigen jeder Generation geschrieben. Sie sind jedoch von besonderer Bedeutung für jene Menschen, die am Leben sind, wenn „nahe gekommen (ist) das Ende aller Dinge“. (1.Petrus 4,7). Seine Ermahnungen und Warnungen sowie seine Worte des Glaubens und der Ermutigung braucht jeder, der seinen Glauben „bis ans Ende fest behalten“ (Hebräer 3,14) will. WA 517.1
Der Apostel suchte die Gläubigen darüber zu unterweisen, wie wichtig es ist, die Gedanken daran zu hindern, sich mit verbotenen Dingen zu beschäftigen oder seine Kräfte an Nichtigkeiten zu vergeuden. Wer Satans Anschlägen nicht zum Opfer fallen will, muß die Eingangstore seines Herzens wohl verwahren und sich hüten, das zu lesen, zu sehen oder zu hören, was unreine Gedanken hervorrufen könnte. Wir dürfen nicht zulassen, daß unsere Gedanken umherschweifen und nach Belieben bei jedem Gegenstand verweilen, den uns Satan einflüstert. Wachen wir nicht treulich über unser Herz, dann wird das Böse von außen auch Böses im Innern wachrufen, und unsere Seele wird in Finsternis geraten. „Begürtet die Lenden eures Gemütes“, schrieb Petrus, „seid nüchtern und setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch dargeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi ... und bleibt nicht bei dem, was vormals war, da ihr in Unwissenheit nach den Lüsten lebtet; sondern wie der, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem eurem Wandel! Denn es steht geschrieben: ‚Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig‘ ... WA 517.2
Lies Josua 7. Was waren die beiden Hauptursachen für die Niederlage Israels gegen die Bewohner von Ai?
Der große Sieg, den Gott für sie gewonnen hatte, hob das Selbstvertrauen der Israeliten. Er hatte ihnen Kanaan verheißen, also fühlten sie sich sicher und vergaßen darüber immer wieder, daß allein Gottes Hilfe ihnen Erfolg schenken konnte. Selbst Josua legte seine Pläne zur Eroberung von Ai, ohne Gott um Rat zu fragen. PP 474.2
Die Israeliten begannen sich ihrer Stärke zu rühmen und verächtlich auf die Feinde zu sehen. Man rechnete mit einem leichten Sieg und hielt dreitausend Mann für ausreichend, die Stadt einzunehmen. Ohne sich der Hilfe Gottes zu versichern, stürmten sie zum Angriff. Doch schon am Stadttor stießen sie auf entschlossenen Widerstand. Über die Anzahl und die gute Vorbereitung ihrer Feinde in Schrecken versetzt, flohen sie verwirrt den steilen Abhang hinab, ungestüm verfolgt von den Kanaanitern. „Sie hatten sie nämlich von dem Tor ... gejagt und am Abhang erschlagen.“ Josua 7,5. Wenn der zahlenmäßige Verlust auch gering war — nur sechsunddreißig Mann wurden getötet —, war die Niederlage entmutigend für die ganze Gemeinde. „Da verzagte das Herz des Volks und ward zu Wasser.“ Josua 7,5. Erstmals waren sie im offenen Kampf auf die Kanaaniter gestoßen. Wenn die Verteidiger dieser kleinen Stadt sie schon in die Flucht schlugen, was sollte dann in den größeren Kämpfen werden, die ihnen noch bevorstanden? Josua sah in ihrem Mißerfolg den Ausdruck göttlichen Unwillens, und voll Schmerz und Furcht „zerriß er seine Kleider und fiel auf sein Angesicht zur Erde vor der Lade des Herrn bis zum Abend samt den Ältesten Israels, und sie warfen Staub auf ihr Haupt“. Josua 7,6. PP 474.3
Jahwe antwortete: „Steh auf! Warum liegst du da auf deinem Angesicht? Israel hat sich versündigt, sie haben meinen Bund übertreten, den ich ihnen geboten habe.“ Josua 7,7-11. Jetzt war die Stunde zu schnellem, entschiedenem Handeln und nicht zur Verzweiflung und Klage gekommen. Es gab im Lager eine geheime Sünde, die es zu erforschen und zu beseitigen galt, ehe Gottes Gegenwart und Segen wieder bei seinem Volke sein konnte. „Ich werde hinfort nicht mit euch sein, wenn ihr nicht das Gebannte aus eurer Mitte tilgt.“ Josua 7,12. PP 475.1
Einer von denen, die Gottes Gericht vollstrecken sollten, hatte des Herrn Gebot mißachtet. Und für seine Schuld wurde das ganze Volk verantwortlich gemacht: „Sie haben von dem Gebannten genommen und gestohlen und haben‘s verheimlicht.“ Josua 7,11. Josua erhielt Anweisung, wie der Schuldige aufzufinden und zu bestrafen war: das Los sollte ihn ermitteln. Der Sünder wurde also keineswegs sofort bezeichnet, die Angelegenheit blieb vielmehr eine Zeitlang in der Schwebe, damit jeder seine Verantwortlichkeit für die Sünden unter ihnen spüren und dadurch zu Herzenserforschung und Ehrerbietung vor Gott kommen sollte. PP 475.2
Lies Josua 7,16–19. Was sagt uns das gesamte Verfahren über Gott und Achan?
Früh am Morgen versammelte Josua das Volk, nach Stämmen aufgeteilt, und die ernste, eindrucksvolle Handlung begann. Schritt für Schritt ging die Untersuchung voran. Immer näher kam dem Schuldigen das furchtbare Urteil. Erst wurde der Stamm, dann das Geschlecht, die Familie und schließlich der Mann selbst getroffen. Achan, Karmis Sohn, aus dem Stamm Juda wurde von Gottes Finger als derjenige bezeichnet, der Israels Kummer verursachte. PP 475.3
Um keinen Zweifel an seiner Schuld aufkommen zu lassen und keinen Anlaß zu dem Vorwurf zu geben, er sei zu Unrecht verurteilt worden, beschwor Josua Achan in feierlicher Weise, der Wahrheit die Ehre zu geben. Darauf legte der nichtswürdige Mann ein umfassendes Geständnis ab: „Wahrlich, ich habe mich versündigt an dem Herrn, dem Gott Israels ... Ich sah unter der Beute einen kostbaren babylonischen Mantel und zweihundert Lot Silber und eine Stange von Gold, fünfzig Lot schwer; danach gelüstete mich, und ich nahm es. Und siehe, es ist verscharrt in der Erde in meinem Zelt.“ Josua 7,20.21. Sofort wurden Boten dorthin geschickt, die an dem bezeichneten Platz die Erde aufgruben, „und siehe, es war verscharrt in seinem Zelt und das Silber darunter. Und sie nahmen‘s aus dem Zelt und brachten‘s zu Josua ... und legten‘s nieder vor dem Herrn“. Josua 7,22.23. PP 475.4
Das Urteil wurde gesprochen und sofort vollstreckt. „Weil du uns betrübt hast“, sagte Josua, „so betrübe dich der Herr an diesem Tage.“ Josua 7,25. Das Volk war für Achans Sünde mit verantwortlich gemacht worden und hatte unter ihren Folgen gelitten, darum sollte es auch an der Bestrafung teilhaben. „Ganz Israel steinigte ihn.“ Josua 7,25. PP 476.1
„Wir bekennen uns zu denselben Grundsätzen und behaupten, vom selben Geist geleitet zu werden. Aber anstatt alles für Christus zu geben, haben viele den goldenen Keil und ein schönes babylonisches Gewand genommen und sie im Lager versteckt. Wenn schon die Anwesenheit eines einzigen Achans ausreichte, um das ganze Lager Israels zu schwächen, können wir uns dann über den geringen Erfolg unserer Bemühungen wundern, wenn jede Gemeinde und fast jede Familie ihren eigenen Achan hat?“ 5T 157.1
„Ein einziger Sünder kann Dunkelheit verbreiten, die das Licht Gottes aus der gesamten Gemeinde verdrängt. Wenn die Menschen erkennen, dass Dunkelheit über sie hereinbricht, und sie die Ursache dafür nicht kennen, sollten sie Gott ernsthaft suchen, in großer Demut und Selbsterniedrigung, bis die Verfehlungen, die seinen Geist betrüben, aufgedeckt und beseitigt sind.“ 3T 265.1
„Gottes Unmut lastet auf seinem Volk, und er wird seine Macht nicht unter ihnen offenbaren, solange Sünden unter ihnen existieren und von denen gefördert werden, die verantwortungsvolle Positionen innehaben.“ 3T 270.2
Lies Josua 7,19–21. Was fordert Josua von Achan? Welche Bedeutung hat diese Aufforderung? Wie verstehen wir sein Geständnis?
Achan versündigte sich, weil er die ausdrücklichen, ernsten Warnungen Gottes und dessen überaus machtvolle Offenbarungen mißachtete. „Hütet euch vor dem Gebannten und laßt euch nicht gelüsten, etwas von dem Gebannten zu nehmen und das Lager Israels in Bann und Unglück zu bringen“ (Josua 6,17.18), war allen Israeliten öffentlich verkündigt worden. Dieser Befehl kam unmittelbar nach dem wunderbaren Durchgang durch den Jordan. Sie hatten den Bund mit Gott durch die Beschneidung aufs neue anerkannt, Passa gefeiert und von der Erscheinung des Engels, des Fürsten über das Heer des Herrn, erfahren. Darauf folgte die Einnahme Jerichos, die zeigte, daß alle Übertreter des göttlichen Gesetzes mit Sicherheit vernichtet werden. Die Tatsache, daß allein die Kraft Gottes Israel den Sieg verlieh, sie sich Jerichos also nicht aus eigener Kraft bemächtigt hatten, verlieh dem Befehl, sich der Beute zu enthalten, großes Gewicht. Gott hatte diese Festung durch die Macht seines Wortes vernichtet; die Eroberung war sein Werk, deshalb mußte die Stadt mit allem, was darin war, ihm allein überlassen werden. PP 476.3
Unter den Millionen Israeliten war nur ein einziger Mann, der es in jener feierlichen Stunde des Sieges und Gerichtes wagte, Gottes Gebot zu übertreten. Das köstliche Gewand aus Sinear hatte Achans Habsucht erregt; sogar im Angesicht des Todes bezeichnete er ihn noch als einen „schönen babylonischen Mantel“. Josua 7,21 (Bruns). Eine Sünde zog die andere nach sich; er eignete sich auch Gold und Silber an, das für die Schatzkammer des Herrn bestimmt war, und beraubte damit Gott der Erstlingsfrucht des Landes Kanaan. PP 476.4
Achans todbringende Sünde hatte ihre Wurzel in der Habsucht, eins der häufigsten und doch für geringfügig gehaltenen Vergehen. Andere Verstöße werden aufgedeckt und bestraft, aber wie selten rügt man die Übertretung des zehnten Gebotes. Die Lehre aus Achans Geschichte ist, daß ein solches Unrecht frevelhaft ist und schreckliche Folgen hat. PP 477.1
Lies Josua 8,1–29. Was sagt uns diese Geschichte darüber, wie Gott unsere schlimmsten Fehler in Chancen verwandeln kann?
Nach der Urteilsvollstreckung an Achan erhielt Josua den Befehl, seine Kriegsleute neu aufzustellen und noch einmal gegen Ai vorzurücken. Diesmal war Gottes Kraft mit ihnen, und bald waren sie im Besitz der Stadt. PP 480.1
Der betagte Josua bat die Israeliten eindringlich, die ganze Tragweite dessen, was er ihnen vorgestellt hatte, zu bedenken und dann zu entscheiden, ob sie wirklich so leben wollten wie die entarteten Heidenvölker in ihrer Umgebung. Wenn es ihnen nicht gefiel, Jahwe, der Kraft- und Segensquelle, zu dienen, sollten sie an diesem Tage wählen, wem sie sich zuwenden wollten, „den Göttern, denen eure Väter gedient haben jenseits des Stroms“, von denen Abraham weggerufen wurde, „oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt“. Die letzten Worte waren für Israel ein bitterer Vorwurf. Die Gottheiten der Amoriter hatten ihre Anbeter nicht schützen können. Sie wurden wegen ihrer abscheulichen, erniedrigenden Sünden vernichtet, und das reiche Land, das sie einst besaßen, dem Volk Gottes gegeben. Wie töricht wäre Israel, würde es Götter erwählen, um deren Anbetung willen die Amoriter ausgerottet worden waren! „Ich aber und mein Haus“, sagte Josua, „wollen dem Herrn dienen.“ Und derselbe heilige Eifer, der ihn beseelte, übertrug sich auf das Volk. Sein dringender Aufruf veranlaßte die entschiedene Antwort: „Das sei ferne von uns, daß wir den Herrn verlassen und andern Göttern dienen!“ Josua 24,16. PP 503.3
Lesen Sie Josua 7,6–9, wo es um Josuas erste Reaktion auf das Unglück geht, das sie heimgesucht hat. Achten Sie besonders auf Josua 7,9. Welcher wichtige theologische Grundsatz kommt in seinen Worten zum Ausdruck?
„Achan begehrte und versteckte einen Goldbarren und ein schönes babylonisches Gewand, die als Beute vom Feind genommen worden waren. Aber der Herr hatte die Stadt Jericho für verflucht erklärt und dem Volk geboten, nichts von der Beute ihrer Feinde für sich selbst zu nehmen. Und ihr sollt euch auf jeden Fall von dem Verfluchten fernhalten, damit ihr euch nicht selbst verflucht macht, wenn ihr von dem Verfluchten nehmt und das Lager Israels verflucht und es in Unruhe versetzt. Aber alles Silber und Gold und alle Gefäße aus Bronze und Eisen sind dem Herrn geweiht; sie sollen in die Schatzkammer des Herrn kommen.“ 4T 491.1
„Aber Achan aus dem Stamm Juda nahm von den verfluchten Dingen, und der Zorn des Herrn entbrannte gegen die Kinder Israel. Als die Heere Israels auszogen, um gegen den Feind zu kämpfen, wurden sie zurückgeschlagen und vertrieben, und einige von ihnen wurden getötet. Dies brachte große Entmutigung über das Volk. Josua, ihr Anführer, war ratlos und verwirrt. In größter Demütigung fiel er auf sein Gesicht und betete: „Ach, Herr, Gott, warum hast du dieses Volk überhaupt über den Jordan geführt, um uns in die Hand der Amoriter zu geben und uns zu vernichten? Hätten wir doch lieber auf der anderen Seite des Jordan gewohnt! O Herr, was soll ich sagen, wenn Israel vor seinen Feinden den Rücken kehrt! Denn die Kanaaniter und alle Bewohner des Landes werden davon hören und uns umzingeln und unseren Namen von der Erde tilgen; und was willst du dann mit deinem großen Namen tun?“ 4T 491.2
Die Antwort des Herrn an Josua lautete: „Steh auf, warum liegst du so auf deinem Angesicht? Israel hat gesündigt und auch meinen Bund übertreten, den ich ihnen geboten habe; denn sie haben von den verfluchten Dingen genommen und auch gestohlen und auch verheimlicht und es sogar unter ihre eigenen Sachen gelegt.“ Achan hatte gestohlen, was für Gott reserviert und in Seiner Schatzkammer aufbewahrt werden sollte; er hatte auch getäuscht, indem er, als er sah, dass das Lager Israels in Unruhe geriet, seine Schuld nicht gestand, denn er wusste, dass Josua die Worte des Herrn an das Volk wiederholt hatte, dass, wenn sie sich das aneignen würden, was Gott reserviert hatte, das Lager Israels in Unruhe geraten würde. 4T 492.1
„Während er sich über seinen unrechtmäßig erworbenen Gewinn freut, wird seine Sicherheit gestört; er hört, dass eine Untersuchung durchgeführt werden soll. Das macht ihn unruhig. Er wiederholt immer wieder zu sich selbst: Was geht das die anderen an? Ich bin für meine Taten verantwortlich. Er macht offenbar gute Miene zum bösen Spiel und verurteilt auf demonstrative Weise den Schuldigen. Hätte er gestanden, wäre er vielleicht gerettet worden; aber die Sünde verhärtet das Herz, und er behauptet weiterhin seine Unschuld. Inmitten einer so großen Menschenmenge glaubt er, unentdeckt zu bleiben. Es wird das Los geworfen, um den Täter zu finden; das Los fällt auf den Stamm Juda. Achans Herz beginnt nun vor Schuldgefühlen zu pochen, denn er gehört zu diesem Stamm; aber dennoch schmeichelt er sich, dass er entkommen wird. Das Los wird erneut geworfen, und die Familie, zu der er gehört, wird ausgewählt. Nun liest Josua seine Schuld in seinem blassen Gesicht. Das erneut geworfene Los bestimmt erneut den unglücklichen Mann. Da steht er nun, vom Finger Gottes als der Schuldige bezeichnet, der all dieses Unheil verursacht hat.“ 4T 492.2
„Wenn Achan, als er der Versuchung nachgab, gefragt worden wäre, ob er Niederlage und Tod über das Lager Israels bringen wolle, hätte er geantwortet: „Nein, nein! Ist dein Knecht denn ein Hund, dass er diese große Bosheit begehen sollte?“ Aber er verweilte bei der Versuchung, um seine eigene Habgier zu befriedigen; und als sich die Gelegenheit bot, ging er weiter, als er sich in seinem Herzen vorgenommen hatte. Genau auf diese Weise werden einzelne Mitglieder der Gemeinde unmerklich dazu verleitet, den Geist Gottes zu betrüben, ihre Nächsten zu betrügen und den Zorn Gottes über die Gemeinde zu bringen. Kein Mensch lebt für sich allein. Schande, Niederlage und Tod wurden durch die Sünde eines einzigen Mannes über Israel gebracht. Der Schutz, der ihre Köpfe in der Zeit der Schlacht bedeckt hatte, wurde ihnen entzogen. Verschiedene Sünden, die von bekennenden Christen gepflegt und praktiziert werden, bringen den Zorn Gottes über die Kirche. An dem Tag, an dem das Buch des Himmels geöffnet wird, wird der Richter dem Menschen seine Schuld nicht mit Worten mitteilen, sondern einen durchdringenden, überführenden Blick auf ihn werfen, und jede Tat, jede Handlung seines Lebens wird sich lebhaft in das Gedächtnis des Übeltäters einprägen. Der Mensch wird nicht, wie zu Josuas Zeiten, von Stamm zu Stamm und von Familie zu Familie gejagt werden müssen, sondern seine eigenen Lippen werden seine Schande, seine Selbstsucht, seine Habgier, seine Unehrlichkeit, seine Heuchelei und seinen Betrug bekennen. Seine Sünden, die vor den Menschen verborgen waren, werden dann sozusagen auf den Dächern verkündet werden. 4T 492.3
“ Der Einfluss, den die Kirche am meisten zu fürchten hat, ist nicht der der offenen Gegner, Ungläubigen und Gotteslästerer, sondern der der inkonsequenten Bekenner Christi. Diese sind es, die den Segen des Gottes Israels zurückhalten und Schwäche über die Kirche bringen, eine Schande, die nicht leicht zu beseitigen ist. Während Josua mit dem Gesicht auf dem Boden lag und mit seelischer Qual und Tränen sein Herz vor Gott ausschüttete, war Gottes Befehl eine Zurechtweisung: „Steh auf! Warum liegst du so auf deinem Gesicht?“ 4T 493.1
„Die populären Kirchen sind voll von Menschen, die vorgeben, Gott zu dienen, aber Diebe, Mörder, Ehebrecher und Unzüchtige sind; diejenigen jedoch, die sich zu unserem bescheidenen Glauben bekennen, beanspruchen einen höheren Standard. Sie sollten bibeltreue Christen sein und sich fleißig mit der Lebenskarte befassen. Sorgfältig und unter Gebet sollten sie die Motive prüfen, die sie zum Handeln bewegen. Diejenigen, die ihr Vertrauen auf Christus setzen, sollten jetzt beginnen, die Schönheiten des Kreuzes zu studieren. Wenn sie lebendige Christen sein wollen, müssen sie jetzt beginnen, Gott zu fürchten und ihm zu gehorchen. Wenn sie das tun, können sie ihre Seelen vor dem Untergang retten und erfolgreich das ewige Leben gewinnen.“ 4T 493.2