Rückschläge

Lektion 11, 2. Quartal 6. bis 12. Juni 2026

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Sabbatnachmittag, 6. Juni

Memory Text:

„Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, daß die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, 4 das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; 5 die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Römer 5,3–5


Augsburg war als Ort des Verhörs bestimmt worden. Der Reformator trat die Reise zu Fuß an. Man hegte seinetwegen ernste Befürchtungen. Es war ihm öffentlich gedroht worden, daß er auf dem Wege ergriffen und ermordet würde, und seine Freunde baten ihn, sich dem nicht auszusetzen. Sie drangen sogar in ihn, Wittenberg eine Zeitlang zu verlassen und sich dem Schutz derer anzuvertrauen, die ihn bereitwillig beschirmen würden. Er aber wollte den Platz nicht verlassen, auf den Gott ihn gestellt hatte. Ungeachtet der über ihn hereinbrechenden Stürme mußte er getreulich die Wahrheit weiterführen. Er sagte sich: „Ich bin mit Jeremia gänzlich der Mann des Haders und der Zwietracht ... je mehr sie drohen, desto freudiger bin ich ... mein Name und Ehre muß auch jetzt gut herhalten; also ist mein schwacher und elender Körper noch übrig, wollen sie den hinnehmen, so werden sie mich etwa um ein paar Stunden Leben ärmer machen, aber die Seele werden sie mir doch nicht nehmen ... wer Christi Wort in die Welt tragen will, muß mit den Aposteln stündlich gewärtig sein, mit Verlassung und Verleugnung aller Dinge den Tod zu leiden.“ GK 134.3


Sonntag, 7. Juni 

Die Stürme des Lebens


Lies noch einmal über diesen Sturm in Markus 4,35–41. Welche Lehren über den Glauben kannst du aus diesen Versen ziehen?

Wie Jesus sich im Glauben in der Liebe des Vaters geborgen fühlte, so sollen wir uns in der Fürsorge des Heilandes geborgen wissen. Hätten die Jünger dem Herrn vertraut, dann wären sie auch ruhig und sicher gewesen. Durch ihre Furcht in der Stunde der Gefahr bekundeten sie jedoch Unglauben. In ihrem Eifer, sich selbst zu retten, vergaßen sie Jesus. Erst als sie an sich selbst verzweifelten und sie sich an ihn wandten, konnte er ihnen helfen. LJ 327.1

Wie oft ist die Erfahrung der Jünger auch die unsrige! Wenn sich die Stürme der Versuchung über uns zusammenziehen, wenn grelle Blitze zucken und die Wogen der Verzweiflung über uns zusammenschlagen, kämpfen wir mit unserer Not allein, und wir vergessen, daß einer gegenwärtig ist, der uns helfen kann. Wir vertrauen unserer eigenen Kraft, bis uns alle Hoffnung verläßt und wir dem Verderben nahe sind. Dann erst denken wir an den Heiland, und wenn wir ihn im Glauben anrufen, wird es nicht vergebens sein. Wohl tadelt er betrübt unseren Unglauben und unser Selbstvertrauen, doch gewährt er uns bereitwillig die Hilfe, die uns not tut. Wo wir auch sein mögen, auf dem Lande oder auf dem Meer: wir brauchen uns nicht zu fürchten, wenn wir Jesus im Herzen haben. Ein lebendiger Glaube an ihn wird das unruhige Meer des Lebens beruhigen und uns aus der Gefahr befreien in einer Weise, die ihm am besten erscheint. LJ 327.2

Die Stillung des Sturms enthält noch eine weitere geistliche Lehre. Eines jeden Menschen Erfahrung bestätigt die Wahrheit des Schriftwortes: „Die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das nicht still sein kann ... Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott.“ Jesaja 57,20.21. Die Sünde hat unseren Frieden zerstört. Solange unser Ich nicht bezwungen ist, finden wir keine Ruhe. Die mächtigen Leidenschaften des Herzens vermag keine menschliche Macht unter Kontrolle zu bringen. Wir sind da so hilflos, wie die Jünger machtlos waren, den Sturm zu stillen. Doch derjenige, der den Wellen des Sees Genezareth gebot, hat jedem Menschen diesen Frieden zugesprochen. Wie hefig der Sturm auch sein mag, wer zu Jesus ruft: „Herr, errette mich!“, wird Rettung finden! Christi Gnade versöhnt die Seele mit Gott und beschwichtigt die menschliche Leidenschaft. In Jesu Liebe findet unser Herz Ruhe. Er „stillt das Ungewitter, daß die Wellen sich legten und sie froh wurden, daß es still geworden war und er sie zum erwünschten Land brachte.“ Psalm 107,29.30. „Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsren Herrn Jesus Christus“. Römer 5,1. — „Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit wird ewige Stille und Sicherheit sein.“ Jesaja 32,17. LJ 327.3

Montag, 8. Juni 

Geheilt werden


Lies Markus 5,21–34. Was geschah, und was können wir daraus lernen?

Auf dem Wege zum Haus des Obersten hatte sich Jesus eine arme Frau genähert, die seit zwölf Jahren an einer schrecklichen Krankheit litt, die ihr das Leben zur Last machte. Sie hatte ihr ganzes Vermögen für Ärzte und Heilmittel ausgegeben, um schließlich doch als unheilbar erklärt zu werden. Ihre Hoffnung belebte sich neu, als sie von den Wunderheilungen Jesu hörte, und sie glaubte fest, daß sie genesen würde, könnte sie nur in seine Nähe kommen. So schleppte sie sich denn mühsam ans Ufer, wo Jesus lehrte, und versuchte durch die Menge hindurchzukommen. Doch vergeblich. Abermals folgte sie ihm, als er aus dem Hause des Levi-Matthäus kam. Und wieder gelang es ihr nicht, sich bis in seine Nähe vorzudrängen. Sie wollte schon den Mut sinken lassen, als der Herr auf seinem Weg durch die Menge in ihre Nähe kam. LJ 335.3

Nun war die Gelegenheit günstig: Die Frau befand sich in unmittelbarer Nähe des großen Arztes! Aber inmitten der Unruhe konnte sie nicht mit ihm reden, ja kaum einen flüchtigen Blick auf ihn werfen. Schon fürchtete sie, daß ihr diese einzigartige Gelegenheit, Hilfe zu erhalten, verlorengehen könnte. Mit aller Gewalt drängte sie sich noch weiter nach vorn und sagte zu sich selbst: „Wenn ich auch nur seine Kleider könnte anrühren, so würde ich gesund.“ Markus 5,28. Als Jesus vorüberging, streckte sie die Hand aus, und es gelang ihr, den Saum seines Gewandes zu berühren. Im gleichen Augenblick fühlte sie, daß sie geheilt war. Sie hatte in diese eine Berührung ihren ganzen Glaubensmut gelegt, und sofort trat die Kraft vollkommener Gesundheit an die Stelle von Schmerz und Schwäche. LJ 335.4

Mit dankerfülltem Herzen wollte sich die Frau wieder aus der Menge zurückziehen; aber Jesus blieb plötzlich stehen, und die Menschen folgten seinem Beispiel. Er wandte sich um und fragte mit einer Stimme, die aus dem Lärm der Menge klar herauszuhören war: „Wer hat mich angerührt?“ Lukas 8,45. Ein erstaunter Blick aus den Augen der Umstehenden war die stumme Antwort. Da er in dem großen Gedränge, in dem er sich seinen Weg bahnen mußte, bald hier, bald da angestoßen wurde, wunderten sich die Leute sehr über seine seltsame Frage. LJ 336.1

Der vorlaute Petrus antwortete Jesus: „Meister, das Volk drängt und drückt dich.“ Lukas 8,45. Jesus aber sprach: „Es hat mich jemand angerührt; denn ich fühlte, daß eine Kraft von mir gegangen ist.“ Lukas 8,46. Der Heiland konnte die Berührung des Glaubens von dem absichtslosen Anrühren im Gedränge wohl unterschieden. Das gläubige Vertrauen sollte nicht ungewürdigt bleiben. Jesus wollte der demütigen Frau Worte des Trostes zusprechen, die ihr eine Quelle der Freude sein würden — Worte, die allen seinen Nachfolgern bis zum Ende der Zeit Segen verhießen. LJ 336.2

Jesus richtete seinen Blick auf die geheilte Frau und fragte, wer ihn angerührt habe. Sie mußte erkennen, daß ein Verheimlichen unmöglich wäre, trat zitternd hervor, warf sich dem Herrn zu Füßen und erzählte unter Tränen der Dankbarkeit ihre Leidensgeschichte und auf welche Weise sie Heilung gefunden hätte. Jesus sprach mit gütiger Stimme zu ihr: „Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Gehe hin in Frieden!“ Lukas 8,48. Er gab nicht dem Aberglauben Raum, daß allein das einfache Berühren seines Gewandes Heilung bewirkte. Nicht durch äußerliche Berührung, sondern durch den Glauben, der seine göttliche Macht erfaßte, wurde die Frau geheilt. LJ 336.3

Die staunende Menge, die Christus umdrängte, spürte nichts von seiner lebendigen Kraft. Aber als die leidende Frau ihre Hand ausstreckte, um ihn zu berühren, und dabei glaubte, daß sie geheilt werden würde, fühlte sie die heilende Wirkung. So ist es auch in geistlichen Dingen. Gelegentlich ein religiöses Gespräch zu führen oder ohne inneres Verlangen und ohne lebendigen Glauben zu beten, nützt nichts. Ein bloßes Lippenbekenntnis zu Christus, das ihn lediglich als den Erlöser der Welt anerkennt, vermag niemals die Seele zu heilen. Der Glaube an die Erlösung ist eben nicht nur eine verstandesmäßige Zustimmung gegenüber der Wahrheit. Wer volle Erkenntnis erwartet, bevor er den Glauben ausleben will, kann nicht von Gott gesegnet werden. Es genügt nicht, das zu glauben, was wir über Jesus hören, wir müssen an ihn glauben. Der einzige Glaube, der uns helfen kann, ist der Glaube, der Jesus als persönlichen Heiland annimmt und sein Verdienst sich zueignet. Vielen bedeutet der Glaube nur eine Meinung; aber der seligmachende Glaube ist ein Bündnis mit Gott, das die Seelen schließen, die den Herrn annehmen. Wahrer Glaube ist Leben. Ein lebendiger Glaube bedeutet steten Zuwachs an Kraft, ein zuversichtliches Vertrauen, wodurch die Seele zu einer alles überwindenden Macht wird. LJ 336.4

Nach der Heilung der Frau wünschte der Heiland, daß sie den empfangenen Segen anerkenne. Die Gaben, die das Evangelium anbietet, sollen nicht wie ein Raub gesichert und heimlich genossen werden. Der Herr fordert uns darum auf, seine Güte zu bekennen. „Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, und ich bin Gott.“ Jesaja 43,12. LJ 337.1



Dienstag, 9. Juni 

Hiob


Wie reagierte Hiob? Lies Hiob 19,23–27 und Hiob 23,8–12.

„Siehe, er wird mich doch umbringen, und ich habe nichts zu hoffen ... Auch das muß mir zum Heil sein; denn es kommt kein Ruchloser vor ihn.“ Hiob 13,15.16. PK 115.2

„Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub sich erheben. Und ist meine Haut noch so zerschlagen und mein Fleisch dahingeschwunden, so werde ich doch Gott sehen. Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder.“ Hiob 19,25-27. PK 115.3

„Der Herr antwortete Hiob aus dem Wettersturm“ (Hiob 38,1) und offenbarte seinem Knecht die Größe seiner Macht. Als Hiob eine Ahnung von der Schöpferkraft Gottes aufging, verabscheute er sich selbst und tat Buße in Staub und Asche. Nun konnte der Herr ihn reichlich segnen und die letzten Jahre seines Lebens zu seinen besten machen. PK 115.4

Hoffnung und Mut sind unerläßlich für einen uneingeschränkten Dienst für Gott. Sie sind eine Frucht des Glaubens. Verzagtheit ist sündhaft und unvernünftig. Gott ist imstande und auch bereit, seinen Knechten „überschwenglich“ (Hebräer 6,17) die Kraft zu gewähren, deren sie in Prüfungen und Anfechtungen bedürfen. Es mag so scheinen, als seien die Pläne der Feinde seines Werkes gut gelegt und fest abgesichert; doch Gott kann selbst die stärksten Pläne zunichte machen. Er tut dies zu seiner Zeit und auf seine Weise, wenn er sieht, daß der Glaube seiner Knechte hinlänglich erprobt ist. PK 115.5

Für die Entmutigten gibt es ein sicheres Heilmittel: Glaube, Gebet, Arbeit. Glaube und Tätigkeit verleihen Zuversicht und Zufriedenheit, die sich von Tag zu Tag steigern werden. Bist du geneigt, trüben Vorahnungen oder völliger Niedergeschlagenheit freien Lauf zu lassen? Fürchte dich nicht, auch nicht in den dunkelsten Tagen, wenn alles äußerst bedrohlich erscheint. Glaube an Gott. Er weiß, was du brauchst. Er verfügt über alle Macht. Seine unendliche Liebe und sein Erbarmen erlahmen nie. Fürchte nicht, daß er versäumen könnte, seine Verheißungen zu erfüllen. Er ist die ewige Wahrheit. Niemals wird er den Bund ändern, den er mit denen gemacht hat, die ihn lieben. Er wird seinen treuen Dienern soviel Leistungsfähigkeit verleihen, wie sie brauchen. Der Apostel Paulus hat bezeugt: „Er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig ... Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Mißhandlungen, in Nöten, in Verfolgungen, in Ängsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.“ 2.Korinther 12,9.10. PK 115.6

Mittwoch, 10. Juni 

Die Strasse nach Emmaus


Lies das Gespräch in Lukas 24,13–27 und denke über die beiden unterschiedlichen Perspektiven nach: die der beiden Jünger und die von Jesus.

Sie waren noch nicht weit gekommen, da gesellte sich ein Fremder zu ihnen. Sie waren aber so sehr in ihrer Schwermut und ihrer Enttäuschung gefangen, daß sie diesen Fremden nicht näher betrachteten. Sie setzten ihre Unterhaltung fort und tauschten ihre Gedanken aus. Sie besprachen die Lehren, die ihnen Jesus erteilt hatte und die sie nicht zu verstehen schienen. Als ihre Unterhaltung wieder auf die jüngsten Ereignisse zurückkam, sehnte sich Jesus danach, sie zu trösten. Er hatte ihren tiefen Kummer gesehen und verstand die widerstreitenden, wirren Gedanken, die in ihnen die Frage aufkommen ließen: Konnte dieser Mann, der sich so sehr erniedrigen ließ, der Christus sein? Sie konnten ihren Kummer nicht mehr zurückhalten und weinten. Jesus wußte, daß sie ihn sehr liebten, und es verlangte ihn danach, ihre Tränen abzuwischen und sie mit Fröhlichkeit und Jubel zu erfüllen. Aber zuerst mußte er ihnen einige Lehren mitteilen, die sie nicht mehr vergessen würden. LJ 798.2

„Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen. Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darin geschehen ist?“ Sie berichteten ihm nun von ihrer Enttäuschung mit dem Meister, „welcher war ein Prophet, mächtig von Taten und Worten vor Gott und allem Volk; wie ihn unsre Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammnis des Todes und gekreuzigt.“ Mit vor Enttäuschung wundem Herzen und mit zitternden Lippen fügten sie hinzu: „Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen würde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist.“ Lukas 24,17-21. LJ 799.1

Wie eigenartig war es doch, daß sich die Jünger nicht an Jesu Worte erinnerten und auch nicht daran dachten, daß er die Ereignisse der letzten Tage vorhergesagt hatte! Sie vergegenwärtigten sich nicht, daß sich der letzte Teil seiner Weissagung genauso erfüllen würde wie der erste und daß er schließlich am dritten Tage auferstünde. Daran hätten sie denken müssen. Sogar die Priester und Obersten hatten es nicht vergessen. Am Tage, „der da folgt nach dem Rüsttag, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämtlich zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben bedacht, daß dieser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen.“ Matthäus 27,62.63. Die Jünger aber hatten sich dieser Worte nicht erinnert. LJ 799.2

„Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren und trägen Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen?“ Lukas 24,25.26. Die Jünger fragten sich mit Erstaunen, wer dieser Fremdling sein mochte, daß er das Innere ihres Wesens ergründen konnte und daß er mit solchem Ernst, mit solcher Zärtlichkeit und Teilnahme und dabei doch so hoffnungsvoll zu ihnen sprach. Zum erstenmal seit dem Verrat Jesu faßten sie wieder etwas Mut. Oft blickten sie ihren Begleiter mit ernstem Gesicht an und dachten, daß seine Aussagen genau den Worten entsprachen, die Jesus gesprochen hätte. Höchstes Erstaunen erfaßte sie, und ihre Herzen begannen in freudiger Erwartung schneller zu schlagen. LJ 799.3

Beim Buch Mose, dem Anfang der biblischen Geschichte, beginnend, erklärte ihnen Christus alle Schriftstellen, die sich auf ihn bezogen. Hätte er sich ihnen sofort zu erkennen gegeben, so wären sie zufrieden gewesen, und in der Fülle ihrer Freude würden sie nichts weiter verlangt haben. Und doch war es für sie notwendig, die Sinnbilder und Weissagungen des Alten Testamentes, die auf Jesus hindeuteten, zu verstehen; denn darauf sollte ihr Glaube ja gegründet sein. Christus tat kein Wunder, um sie zu überzeugen, sondern er sah es als seine erste Aufgabe an, ihnen die heiligen Schriften zu erklären. Sie hatten seinen Tod als Vernichtung all ihrer Hoffnungen angesehen, und nun zeigte Jesus ihnen aus den Propheten, daß gerade sein Kreuzestod der stärkste Beweis für ihren Glauben sei. LJ 800.1

Donnerstag, 11. Juni 

Jesus sehen


Danach sah ich eine große Anzahl Engel, die aus der Stadt herrliche Kronen brachten, für jeden Heiligen eine Krone, mit seinem Namen darauf geschrieben. Als Jesus nach den Kronen verlangte, überreichten sie ihm die Engel. Mit seiner eigenen rechten Hand setzte der teure Jesus die Kronen auf die Häupter der Heiligen. Die Engel brachten auch Harfen hervor. Jesus überreichte sie ebenfalls den Heiligen. Der befehlende Engel schlug zuerst den Ton an. Dann erhoben sich alle Stimmen in dankerfülltem, freudigem Lobgesang. Jede Hand strich geschickt über die Saiten der Harfe und spielte melodische Musik in herrlichen, vollkommenen Tönen. Dann sah ich, wie Jesus die erlöste Schar zum Tor der Stadt führte. Er nahm das Tor, schwang es in seinen glänzenden Angeln zurück und bat die Völker, die die Wahrheit gehalten hatten, einzutreten. Innerhalb der Stadt gab es alles, woran die Augen sich ergötzen konnten. Überall erblickten sie reiche Herrlichkeit. Dann blickte Jesus auf seine erlösten Heiligen; ihre Angesichter strahlten. Indem er seine liebevollen Augen auf sie richtete, sagte er mit seiner schönen, melodischen Stimme: „Ich sehe die Arbeit meiner Seele und bin zufrieden. Diese reiche Herrlichkeit gehört euch für alle Ewigkeit. Eure Leiden haben ein Ende. Es wird kein Tod mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein.“ Ich sah die erlöste Schar sich beugen und ihre glänzenden Kronen Jesus zu Füßen legen. Als er die Erlösten liebevoll wieder aufrichtete, griffen sie in ihre goldenen Harfen und erfüllten den Himmel mit ihrer herrlichen Musik und ihren Lobgesängen für das Lamm. FS 275.2

Danach sah ich, wie Jesus sein Volk zum Lebensbaum hinführte. Wiederum vernahmen wir seine liebliche Stimme, schöner als irgend eine Musik, die je an ein menschliches Ohr drang. Er sagte: „Die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. Esset alle davon.“ Offenbarung 22,2. An dem Baum des Lebens hing die schönste Frucht, von der die Heiligen reichlich nehmen durften. In der Stadt befand sich ein herrlicher Thron, von welchem ein lauterer Strom des lebendigen Wassers, klar wie ein Kristall, hervorging. Zu beiden Seiten dieses Stromes stand der Baum des Lebens. An den Ufern des Stromes standen andere herrliche Bäume, die Früchte trugen, gut zum Essen. FS 276.1

Die Sprache ist zu schwach, um eine Beschreibung des Himmels auch nur zu versuchen. Wenn diese Szene sich vor mir so entfaltet, stehe ich vor Bewunderung still. Von der unübertroffenen Schönheit und außerordentlichen Herrlichkeit überwältigt, lege ich die Feder hin und rufe aus: „O, welche Liebe! Welch wunderbare Liebe!“ Die erhabenste Sprache vermag nicht die Herrlichkeit des Himmels oder die unvergleichliche Tiefe der Liebe des Heilandes zu beschreiben. FS 276.2

Freitag, 12. Juni 

Weiterführendes Studium

Es gibt viele, die keine Hoffnung mehr haben; bringt ihnen wiederum Sonnenschein. Viele haben den Mut verloren; redet tröstende, aufmunternde Worte zu ihnen, betet für sie. Andere haben das Brot des Lebens nötig; lest ihnen aus dem Worte Gottes vor. Viele leiden an einer Seelenkrankheit, für die es keinen irdischen Balsam gibt, und die keine ärztliche Heilkunst erreichen kann; betet für diese Seelen, bringt sie zu Jesu! Sagt ihnen, daß es einen Balsam in Gilead und einen Arzt gibt, der heilen kann. CGl 411.6

Das Licht ist ein über das ganze Weltall sich erstreckender Segen, der seine Schätze auf eine undankbare, unheilige und entartete Welt ausgießt. So ist es auch mit dem Licht der Sonne der Gerechtigkeit. Die ganze Erde, die in der Finsternis der Sünde, in Kummer und Schmerz eingehüllt ist, soll durch die Erkenntnis der Liebe Gottes erleuchtet werden. Das vom Throne Gottes scheinende Licht soll keiner Sekte, keinem Range, keiner Klasse der Bevölkerung vorenthalten werden.CGl 412.1

Die Botschaft der Gnade und der Hoffnung soll bis an die Enden der Erde getragen werden. Wer da will, kann seine Hand ausstrecken, die Kraft Gottes ergreifen und Frieden mit ihm machen und er wird Frieden haben. Die Heiden sollen nicht länger in mitternächtlicher Finsternis eingehüllt sein. Das Dunkel soll vor den hellen Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit verschwinden. Die Macht der Hölle ist überwunden worden. CGl 412.2