
„Da sprach der Herr zu Mose: Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und meine Anweisungen zu halten? Seht, der Herr hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt er euch am sechsten Tag für zwei Tage Brot; so soll nun jeder an seiner Stelle bleiben, und niemand soll am siebten Tag seinen Platz verlassen! So ruhte das Volk am siebten Tag. 2. Mose 16,28-30
Nachdem Israel das Meer durchquert hatte und sich das Meer über ihren Feinden geschlossen hatte, sangen sie alle und priesen Gott, aber obwohl die Armee des Pharaos und das Meer nun nicht mehr Objekte der Furcht, sondern des Interesses waren, waren ihre Prüfungen, Zweifel und Ängste noch nicht zu Ende: Fast unmittelbar nachdem sie das Meer hinter sich und die Wüste vor sich sahen, begannen sie, Mose Vorwürfe zu machen, weil er sie in die Wüste geführt hatte, wo sie aus Mangel an Wasser und Nahrung verhungern würden. Es kam ihnen nie in den Sinn, dass Gott, der das Meer austrocknen konnte, sicherlich auch die Wüste mit Wasser füllen und sie wie eine Rose erblühen lassen konnte. Ungeachtet ihrer Zweifel und ihres Jammerns vollbrachte Gott erneut ein noch größeres Wunder: Er ließ Wasser aus dem Felsen sprudeln und Manna vom Himmel fallen!
Der Herr hatte verheißen, ihr Gott zu sein, sie als sein Volk zu erhalten und sie in ein großes, gutes Land zu bringen. Aber bei jedem Hindernis auf dem Wege dahin wurden sie mutlos. Dabei hatte er sie auf wunderbare Weise von ihrer Knechtschaft in Ägypten befreit, um sie zu erheben und zum Lobe auf Erden zu machen. Aber zuvor mußten sie Schwierigkeiten begegnen und Entbehrungen ertragen lernen. Gott befreite sie ja aus der Erniedrigung, damit sie fähig würden, einen ehrenvollen Platz unter den Völkern einzunehmen und bedeutsame, heilige Pflichten zu übernehmen. Hätten sie ihm im Hinblick auf all das, was er für sie getan hatte, geglaubt, würden sie Unbequemlichkeit und selbst wirkliches Leiden mutig ertragen haben. Aber sie vermochten dem Herrn nur so weit zu trauen, wie sie die dauernden Beweise seiner Kraft erlebten. Sie vergaßen ihren harten Dienst in Ägypten und damit auch Gottes Güte und Macht, die sich bei ihrer Befreiung aus der Knechtschaft offenbart hatten. Sie ließen außer acht, daß ihre Kinder verschont blieben, als der Würgengel alle Erstgeborenen Ägyptens schlug, und gedachten der großartigen göttlichen Machtentfaltung am Roten Meer nicht länger. Ferner vergaßen sie, daß die ihnen nachfolgenden feindlichen Heere von den Meereswogen verschlungen wurden, während sie selber unversehrt den Weg gingen, der sich vor ihnen aufgetan hatte. Sie nahmen nur die gegenwärtigen Unannehmlichkeiten und Anfechtungen wahr, statt zu sagen: “Gott hat große Dinge für uns getan, als wir noch Sklaven waren, er will aus uns ein bedeutendes Volk machen.” Sie redeten von der Mühseligkeit des Weges und wollten von Mose erfahren, wann ihre beschwerliche Pilgerreise ein Ende habe. PP 266.4
Lies 2. Mose 15,22–27. Was war der Hintergrund für das erste Wunder, das nach der Durchquerung des Roten Meeres geschah?
Vom Roten Meer setzte die ganze Gemeinde Israel ihre Wanderung unter der Leitung der Wolkensäule fort. Die Landschaft ringsum war trostlos — kahle Berge, unfruchtbare Ebenen und das weite Meer, dessen Küste übersät war mit den Leichen ihrer Feinde. Doch im Bewußtsein ihrer Freiheit waren die Israeliten voll Freude, und alle unzufriedenen Überlegungen waren verstummt. PP 265.1
Aber ganze drei Tage konnten sie auf ihrer Wanderung kein Wasser finden. Der mitgenommene Vorrat war erschöpft. Sie hatten nichts, was ihren brennenden Durst hätte löschen können, als sie sich müde über die sonnenverbrannten Ebenen schleppten. Nur Mose kannte diese Gegend gut genug, um zu wissen, daß zwar Mara die nächste Stelle war, wo es Quellen gab, daß das Wasser dort jedoch ungenießbar sein würde. Mit wachsender Sorge beobachtete er die führende Wolke, und beklommen hörte er schließlich den Freudenruf “Wasser, Wasser!”, der sich durch die Reihen fortpflanzte. Männer, Frauen und Kinder drängten sich in freudiger Hast zur Quelle. Da brach ein Schmerzensschrei aus der Menge hervor: Das Wasser war bitter. PP 265.2
Erschreckt und völlig verzweifelt warfen sie Mose vor, er habe sie diesen Weg geführt. Dabei bedachten sie nicht, daß Gottes Gegenwart in jener geheimnisvollen Wolke ihn ebenso leitete wie auch sie. In seinem Kummer über ihre Erschöpfung tat Mose, was sie vergessen hatten: Er rief ernstlich zu Gott um Hilfe. “Und der Herr zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da wurde es süß.” 2.Mose 15,25. "Hier gab er auch Israel durch Mose die Verheißung: “Wirst du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich dir keine der PP 265.3
Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der Herr, dein Arzt.” 2.Mose 15,26. "
Lies 2. Mose 16,1–36. Was war der Grund für das Murren der Israeliten, und was geschah danach?
Nachdem sie etwa einen Monat zuvor Ägypten verlassen hatten, schlugen sie ihr Lager erstmals in der Wüste auf. Ihre Lebensmittelvorräte gingen nun zur Neige. Und weil sie nur kärgliche Weide fanden, nahmen die Herden ab. Wie sollte man jetzt für diese unübersehbare Menge Nahrung beschaffen? Zweifel stieg in ihnen auf, und wieder murrten die Kinder Israel. Selbst die Obersten und Ältesten des Volkes stimmten in die Klage gegen die von Gott berufenen Führer ein: “Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben durch des Herrn Hand, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten Brot die Fülle zu essen. Denn ihr habt uns dazu herausgeführt in diese Wüste, daß ihr diese ganze Gemeinde an Hunger sterben laßt.” 2.Mose 16,3. PP 266.2
Dabei hatten sie noch gar keinen Hunger gelitten. Für ihren augenblicklichen Bedarf war gesorgt; sie fürchteten nur die Zukunft. Sie konnten nicht begreifen, wie diese riesige Volksmenge auf ihrer Wanderung durch die Wüste leben sollte, und in ihrer Phantasie sahen sie schon ihre Kinder an Hunger sterben. Der Herr ließ zu, daß sie tatsächlich in mißliche Lagen kamen und die Lebensmittel knapp wurden, damit sie sich ihm zuwenden würden, der bis dahin ihr Erretter gewesen war. Hätten sie Mangel und riefen ihn an, würde er ihnen noch deutliche Zeichen seiner Liebe und Fürsorge gewähren. Er hatte ja verheißen, daß keine Krankheit über sie kommen sollte, wenn sie seinen Geboten gehorchten. Deshalb war es sündiger Unglaube, von vornherein anzunehmen, ihre Kinder könnten Hungers sterben. PP 266.3
Gott vergaß nicht, was Israel nötig hatte. Er versprach Mose: “Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen.” 2.Mose 16,4. Er hieß das Volk, jeweils für einen Tag Vorrat zu sammeln, am sechsten Tage aber die doppelte Menge, damit es den Sabbat heiligen konnte. PP 268.3
Mose versicherte der Gemeinde, Gott werde ihre Bedürfnisse befriedigen: “Der Herr wird euch am Abend Fleisch zu essen geben und am Morgen Brot die Fülle.” Und er fügte hinzu: “Was sind wir? Euer Murren ist nicht wider uns, sondern wider den Herrn.” 2.Mose 16,8. Weiter gebot er Aaron, ihnen zu sagen: “Kommt herbei vor den Herrn, denn er hat euer Murren gehört.” Während Aaron noch zu ihnen redete, “wandten sie sich zur Wüste hin, und siehe, die Herrlichkeit des Herrn erschien in der Wolke.” 2.Mose 16,9.10. Ein Leuchten, wie sie es nie gesehen hatten, kennzeichnete die Gegenwart Gottes. Durch Offenbarungen, die sich an ihre Sinne wandten, sollten sie Gotteserkenntnis gewinnen. Sie mußten begreifen, daß sie unter der Leitung des Allerhöchsten standen und nicht nur unter der des Mose, damit sie Gottes Namen fürchteten und seiner Stimme gehorchten. PP 269.1
Am Abend war das Lager von unübersehbaren Mengen Wachteln umgeben, genug für die ganze Gemeinde. Am Morgen “lag’s in der Wüste rund und klein wie Reif auf der Erde”. 2.Mose 16,14. — “Und es war wie weißer Koriandersamen.” 2.Mose 16,31. Das Volk nannte es “Manna”, und Mose sagte: “Es ist das Brot, das euch der Herr zu essen gegeben hat.” 2.Mose 16,15. Das Volk sammelte das Manna und erkannte, daß damit überreich für alle gesorgt war. Es “zerrieb es mit Mühlen oder zerstieß es in Mörsern und kochte es in Töpfen und machte sich Kuchen daraus; und es hatte einen Geschmack wie Ölkuchen.” 4.Mose 11,8. Täglich sollten die Israeliten einen Krug voll für jeden sammeln und nichts für den andern Morgen übriglassen. Einige versuchten trotzdem, Vorrat für den nächsten Tag aufzubewahren, aber dann war es ungenießbar. Die Tagesmenge mußte morgens gesammelt werden, denn alles, was auf der Erde liegen blieb, schmolz an der Sonne. PP 269.2
Lies 2. Mose 17,1–7. Welche Lehre hätte das Volk aus diesem Vorfall ziehen sollen?
Nachdem die Israeliten die Wüste Sin verlassen hatten, lagerten sie sich in Raphidim. Aber hier gab es kein Wasser. Wieder mißtrauten sie deshalb der göttlichen Vorsorge. In seiner Blindheit und Vermessenheit kam das Volk zu Mose und forderte: “Gib uns Wasser, daß wir trinken.” Trotzdem verlor er die Geduld nicht. “Was hadert ihr mit mir?” fragte er. “Warum versucht ihr den Herrn?” Sie schrien in ihrem Zorn: “Warum hast du uns aus Ägypten ziehen lassen, daß du uns, unsere Kinder und unser Vieh vor Durst sterben läßt?” 2.Mose 17,2.3. Waren sie mit reichlich Nahrung versorgt worden, erinnerten sie sich beschämt ihres Murrens und Unglaubens und versprachen, künftig dem Herrn zu vertrauen. Aber nur zu bald vergaßen sie ihr Versprechen, und bei der nächsten Glaubensprüfung versagten sie. Die Wolkensäule, die sie führte, schien ein schreckliches Geheimnis zu bergen. Und Mose — wer war er? fragten sie sich, und zu welchem Zweck führte er sie aus Ägypten? Argwohn und Mißtrauen ergriff Besitz von ihnen. Sie erdreisteten sich, ihn anzuklagen, er wolle sie und ihre Kinder durch Entbehrungen und Mühsal töten, um sich an ihrem Besitz zu bereichern. In dem Tumult waren sie voll Wut und Empörung drauf und dran, ihn zu steinigen. PP 271.4
In seiner Not betete Mose laut zum Herrn: “Was soll ich mit dem Volk tun?” 2.Mose 17,4. Gott hieß ihn, den Stab zu nehmen, mit dem er in Ägypten die Wunder getan hatte, und gemeinsam mit den Ältesten vor das Volk zu treten. Weiter sagte ihm der Herr: “Siehe, ich will dort vor dir stehen auf dem Fels am Horeb. Da sollst du an den Fels schlagen, so wird Wasser herauslaufen, daß das Volk trinke.” 2.Mose 17,6. Er gehorchte, und das Wasser brach wie ein Lebensstrom hervor, der die Lagerbewohner reichlich versorgte. Statt Mose zu befehlen, seinen Stab zu erheben und — ähnlich wie in Ägypten — auf die Urheber dieses mutwilligen Klagens irgendeine schreckliche Plage herabzurufen, ließ der Herr in seiner großen Barmherzigkeit den Stab zu ihrer Errettung dienen. PP 272.1
“Er spaltete die Felsen in der Wüste und tränkte sie mit Wasser in Fülle; er ließ Bäche aus den Felsen kommen, daß sie hinabflossen wie Wasserströme.” Psalm 78,15.16. Wohl schlug Mose den Felsen, aber der Sohn Gottes stand in der Wolkensäule verhüllt neben Mose und ließ das lebenspendende Wasser fließen. Nicht nur Mose und die Ältesten, sondern die ganze Gemeinde, die von ferne stand, sahen die Herrlichkeit des Herrn. Hätte sich aber die Wolke entfernt, wären sie von dem gewaltigen Leuchten dessen, der darin wohnte, getötet worden. PP 272.2
Das vom Durst geplagte Volk hatte Gott versucht, als es fragte: Ist der Herr unter uns oder nicht? — Wenn Gott uns hierher gebracht hat, warum gibt er uns nicht Wasser wie Brot? Der darin sich äußernde Unglaube war strafbar, darum fürchtete Mose ein Gottesgericht. Und er nannte den Ort Massa, das heißt Versuchung, und Meriba, das ist Hader, zur Erinnerung an ihre Versündigung. PP 272.3
Lies 2Mose 18:1–27. Welche wichtigen Schritte in der Geschichte des Volkes fanden hier statt?
Nicht weit vom derzeitigen Lagerplatz Israels wohnte Jethro, Moses Schwiegervater. Er hatte von der Befreiung der Hebräer gehört und machte sich nun auf, um sie zu besuchen und um Mose die Frau und seine beiden Söhne wieder zuzuführen. Als Boten ihm die Nachricht ihrer Ankunft überbrachten, ging Mose ihnen mit Freuden entgegen. Nach der Begrüßung führte er sie in sein Zelt. Vor der gefahrvollen Ausführung Israels aus Ägypten hatte er seine Familie zurückgesandt. Aber nun durfte er sich wieder ihrer Hilfe und ihres Trostes erfreuen. Er berichtete Jethro, auf welch wunderbare Weise Gott mit Israel gewesen war; freudig bewegt pries deshalb der Patriarch den Herrn. Mit Mose und den Ältesten vereinte er sich dann zu einem Dankopfer und zu einer Gedenkfeier an Gottes Barmherzigkeit. PP 274.3
Da Jethro im Lager blieb, sah er bald, welche schweren Lasten auf Mose ruhten. Zucht und Ordnung unter solcher riesigen und großenteils unwissenden Menge aufrechtzuerhalten, war tatsächlich eine ungeheure Aufgabe. Denn zu Mose als ihrem anerkannten Führer und ihrer Obrigkeit brachte man nicht nur die allgemeinen Anliegen und Pflichten des Volkes, sondern auch die persönlichen Streitigkeiten zwischen einzelnen Israeliten. Er hatte das erlaubt, weil es für ihn eine günstige Gelegenheit war, sie zu belehren. Er sagte: Ich “tue ihnen kund die Satzungen Gottes und seine Weisungen”. 2.Mose 18,16. Aber Jethro erhob Einspruch dagegen. “Das Geschäft ist dir zu schwer; du kannst es allein nicht ausrichten”, wandte er ein, “du machst dich zu müde.” 2.Mose 18,18. Er riet ihm, geeignete Männer als Unterführer über tausend, andere über hundert und wieder andere über zehn zu setzen. Es sollten redliche Leute sein, “die Gott fürchten, wahrhaftig sind und dem ungerechten Gewinn feind”. 2.Mose 18,21. Sie sollten über alle weniger wichtigen Sachen urteilen, die schwierigsten Anliegen aber würden weiterhin Mose vorgelegt. Jethro empfahl: “Vertritt du das Volk vor Gott und bringe ihre Anliegen vor Gott und tue ihnen die Satzungen und Weisungen kund, daß du sie lehrest den Weg, auf dem sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen.” 2.Mose 18,19.20. Mose nahm den Rat an, der ihm nicht nur Erleichterung brachte, sondern auch zu einer besseren Ordnung im Volk führte. PP 275.1
Der Herr hatte Mose ausgezeichnet und durch seine Hand Wunder tun lassen. Die Tatsache aber, daß Gott ihn dazu ausersah, andere zu belehren, verleitete ihn nicht zu der Annahme, er selbst bedürfe keiner Unterweisung mehr. Der erwählte Hirte Israels hörte gern auf die Ratschläge des frommen Priesters aus Midian und übernahm seinen Plan als eine kluge Einrichtung. PP 275.2
Entsprechend diesem Rat erwählte Mose “redliche Leute aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über das Volk, zu Obersten über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn, daß sie das Volk allezeit richteten, die schwereren Sachen vor Mose brächten und die kleineren Sachen selber richteten”. 2.Mose 18,25.26. WA 94.3
Lies 1. Korinther 10,11. Welchen Grund gibt Paulus dafür an, dass diese Ereignisse aufgezeichnet wurden?
„Die Reisen der Kinder Israels sind getreu beschrieben; die Befreiung, die der Herr ihnen gewährt hat, ihre perfekte Organisation und besondere Ordnung, ihre Sünde, gegen Mose und damit gegen Gott zu murren, ihre Übertretungen, ihre Rebellionen, ihre Strafen, ihre Leichen, die wegen ihrer Unwilligkeit, sich Gottes weisen Anordnungen zu unterwerfen, in der Wüste verstreut lagen – dieses getreue Bild wird uns als Warnung vor Augen geführt, damit wir nicht ihrem Beispiel des Ungehorsams folgen und wie sie fallen. GW92 159.2
„Aber mit vielen von ihnen war Gott nicht zufrieden, denn sie wurden in der Wüste vernichtet. Nun sind diese Dinge uns zum Beispiel gegeben, damit wir nicht nach bösen Dingen verlangen, wie sie es getan haben. Seid auch nicht Götzendiener, wie einige von ihnen es waren, wie geschrieben steht: Das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und stand auf, um zu spielen. Lasst uns auch nicht Unzucht treiben, wie einige von ihnen Unzucht getrieben haben, und an einem Tag dreiundzwanzigtausend gefallen sind. Lasst uns auch nicht Christus versuchen, wie einige von ihnen versucht haben und von Schlangen vernichtet worden sind. Murrt auch nicht, wie einige von ihnen gemurrt haben und vom Verderber vernichtet worden sind. Das alles ist ihnen aber zum Vorbild geschehen und ist geschrieben, damit wir davon Warnung haben, auf die das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich aufrichtet, der sehe zu, dass er nicht falle.“ [1. Korinther 10:5-12.] Hat Gott sich von einem Gott der Ordnung gewandelt? Nein, er ist in der gegenwärtigen Heilszeit derselbe wie in der früheren. Paulus sagt: „Gott ist nicht ein Gott der Verwirrung, sondern des Friedens.“ [1. Korinther 14:33.] Er ist heute genauso genau wie damals. Und er will, dass wir aus der vollkommenen Ordnung, die in den Tagen Moses eingeführt wurde, Lektionen über Ordnung und Organisation lernen, zum Wohle der Kinder Israels. – Testimonies for the Church 1:647. GW92 160.1
Lies Johannes 4:7–15 und Johannes 6:31–51. Welche Wahrheiten werden uns als Christen hier offenbart?
Gerechtigkeit wird nicht durch besondere Anstrengungen oder mühevolle Arbeit, auch nicht durch Gaben oder Opfer erworben, sondern sie ist eine freie Gabe, die jeder hungernden und dürstenden Seele geschenkt wird. “Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und eßt! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!” Jesaja 55,1. “Ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der Herr”, “und man wird es nennen: Der Herr unsere Gerechtigkeit”. Jesaja 54,17; Jeremia 33,16. BL 19.3
Es steht nicht im Vermögen des Menschen, den Hunger und Durst der Seele zu stillen. Jesus aber sagt: “Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.” Offenbarung 3,20. “Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.” Johannes 6,35. BL 20.1
Wie wir unseren Körper durch Genuß der Speise erhalten müssen, so brauchen wir Jesus, das vom Himmel gesandte Brot, zur Erhaltung unseres geistlichen Lebens und zur Erlangung der Kraft, mit der wir die Werke Gottes wirken wollen. Wie der Körper aus der ihm zugeführten Nahrung ständig Leben und Kraft gewinnt, so muß die Seele sich durch Gemeinschaft mit Christus aufbauen und gänzlich von ihm abhängig bleiben. BL 20.2
Gleich dem müden Wanderer, der in der Wüste nach einer Quelle sucht, seinen brennenden Durst zu stillen, wird der Christ nach dem reinen Wasser des Lebens dürsten, dessen Quelle Christus ist. BL 20.3
Die Geschichte Israels in der Wüste wurde zum Heile des Gottesvolkes in der Endzeit aufgezeichnet. Der Bericht darüber, wie Gott mit den Wüstenwanderern bei all ihren Märschen hin und her umging, auf denen sie dem Hunger, dem Durst und der Ermüdung ausgesetzt waren, aber auch eindrucksvolle Offenbarungen seiner Macht zu ihrer Hilfe erlebten, ist voller Ermahnungen und Belehrungen für sein Volk zu allen Zeiten. Die mannigfaltige Erfahrung der Hebräer war eine gute Vorschule auf die verheißene Heimat in Kanaan. Gott möchte, daß sein derzeitiges Volk demütig und lernwillig auf die Prüfungen zurückblickt, durch die das alte Israel ging, und darin eine Belehrung für die Vorbereitung auf das himmlische Kanaan erkennt. PP 267.1
Viele wundern sich rückschauend über den Unglauben und die Unzufriedenheit des damaligen Volkes Israel und empfinden dabei, daß sie selbst nicht so undankbar gewesen wären. Aber sobald ihr Glaube auf die Probe gestellt wird, und sei es nur durch kleine Prüfungen, beweisen sie nicht mehr Glauben und Geduld als das alte Israel. Geraten sie in Not, beklagen sie sich über jene Vorgänge, durch die Gott sie lediglich läutern möchte. Sie haben alles, was sie brauchen, und wollen doch Gott nicht für die Zukunft vertrauen. Dauernd sind sie in Sorge, sie könnten in Armut geraten und ihre Kinder müßten Not leiden. Einzelne erwarten stets nur Böses oder übertreiben zumindest die wirklich vorhandenen Schwierigkeiten derart, daß sie für viele Segnungen, die Dankbarkeit verdienten, blind werden. Die ihnen begegnenden Hindernisse sollten sie veranlassen, Hilfe bei Gott, der einzigen Kraftquelle, zu suchen. Statt dessen trennen diese Hindernisse sie von ihm, weil sie Ruhelosigkeit und Unzufriedenheit in ihnen wecken. PP 267.2
Verhalten wir uns richtig, wenn wir ungläubig sind? Weshalb denn undankbar und mißtrauisch sein? Jesus ist doch unser Freund! Der ganze Himmel nimmt an unserm Wohlergehen Anteil. Deshalb betrüben unsere Sorgen und Ängste den heiligen Geist Gottes. Wir sollten ihnen nicht nachhängen, sofern sie uns nur aufregen und ermüden, aber nicht helfen in der Anfechtung. Gebt diesem gegen Gott gerichteten Mißtrauen nicht nach, das uns dazu verführt, die Vorsorge für die Zukunft als wichtigste Lebensaufgabe zu betreiben, als hinge unser Glück von diesen irdischen Dingen ab. Es ist nicht Gottes Wille, daß sich sein Volk mit Sorgen belastet. Aber er spricht auch nicht davon, daß es keine Gefahren auf unserem Wege gäbe. Er hat nicht die Absicht, sein Volk aus der Welt der Sünde und des Bösen zu nehmen, aber er verweist uns auf eine nie enttäuschende Zuflucht. Er lädt die Müden und Sorgenbeladenen ein: “Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.” Legt doch das Joch der Angst und der weltlichen Sorge ab, das ihr euch selbst aufgeladen habt, und “nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.” Matthäus 11,28.29. In Gott finden wir Ruhe und Frieden, wenn wir alle unsere Sorge auf ihn werfen, denn er sorgt für uns. Vgl. 1.Petrus 5,7. PP 268.1
Der Schreiber des Hebräerbriefes sagt: “Sehet zu, liebe Brüder, daß nicht jemand unter euch ein arges, ungläubiges Herz habe, das da abfalle von dem lebendigen Gott.” Hebräer 3,12. Im Hinblick auf alles, was Gott für uns tat, sollte unser Glaube stark und tragfähig sein. Statt zu murren und zu klagen, sollte die Sprache unseres Herzens sein: “Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat.” Psalm 103,1.2. PP 268.2