„Wenn nun die Kinder Gottes in Christus eins sind, wie sieht Jesus dann auf Kasten, gesellschaftliche Unterschiede und die Spaltung der Menschen untereinander aufgrund von Hautfarbe, Rasse, Stellung, Reichtum, Herkunft oder Errungenschaften? Das Geheimnis der Einheit liegt in der Gleichheit der Gläubigen in Christus. Der Grund für alle Spaltung, Zwietracht und Verschiedenheit liegt in der Trennung von Christus. Christus ist das Zentrum, zu dem alle hingezogen werden sollten; denn je näher wir uns dem Zentrum nähern, desto näher kommen wir einander in unseren Gefühlen, in unserem Mitgefühl und in unserer Liebe und wachsen in den Charakter und das Ebenbild Jesu hinein. Bei Gott gibt es keine Personengunst. 1SM 259.2
„Jesus kannte die Wertlosigkeit irdischer Pracht, und Er schenkte deren Zurschaustellung keine Beachtung. In der Würde Seiner Seele, der Erhabenheit Seines Charakters und der Noblesse Seiner Prinzipien stand Er weit über den eitlen Moden der Welt. Obwohl der Prophet ihn als „verachtet und von den Menschen verworfen, ein Mann voller Schmerzen und mit Leiden vertraut“ (Jesaja 53,3) beschreibt, hätte er als der Erhabenste unter den Adligen der Erde gelten können. Die besten Kreise der menschlichen Gesellschaft hätten um ihn geworben, hätte er sich herabgelassen, ihre Gunst anzunehmen; doch er begehrte nicht den Beifall der Menschen, sondern handelte unabhängig von jeglichem menschlichen Einfluss.
Reichtum, Stellung, weltlicher Rang in all seinen Varianten und Unterscheidungen menschlicher Größe waren für Ihn, der die Ehre und Herrlichkeit des Himmels verlassen hatte und der keinen irdischen Prunk besaß, sich keinem Luxus hingab und keine andere Zierde als Demut zur Schau stellte, nichts als so viele Grade der Kleinheit. 1SM 259.3
„Die Geringen, die von Armut gefesselt, von Sorgen bedrängt und von Mühen belastet waren, konnten in Seinem Leben und Beispiel keinen Grund finden, der sie zu der Annahme veranlasst hätte, dass Jesus ihre Prüfungen nicht kenne, den Druck ihrer Lebensumstände nicht wisse und nicht mit ihnen in ihrer Not und ihrem Leid mitfühlen könne. Die Bescheidenheit Seines einfachen, alltäglichen Lebens stand im Einklang mit Seiner bescheidenen Geburt und Seinen Lebensumständen. Der Sohn des unendlichen Gottes, der Herr des Lebens und der Herrlichkeit, stieg in Demut herab in das Leben der Geringsten, damit sich niemand von Seiner Gegenwart ausgeschlossen fühlen möge. Er machte sich allen zugänglich. Er wählte nicht einige wenige Auserwählte aus, mit denen Er Umgang pflegte, und ignorierte alle anderen. Es betrübt den Geist Gottes, wenn Engstirnigkeit den Menschen von seinen Mitmenschen abschottet, besonders wenn sie unter denen anzutreffen ist, die sich zu Seinen Kindern bekennen. 1SM 260.1
„Christus kam, um der Welt ein Beispiel dafür zu geben, wie vollkommene Menschlichkeit aussehen kann, wenn sie mit der Göttlichkeit vereint ist. Er zeigte der Welt eine neue Dimension der Größe durch seine Barmherzigkeit, sein Mitgefühl und seine Liebe. Er gab den Menschen eine neue Deutung Gottes. Als Haupt der Menschheit lehrte er die Menschen die Wissenschaft der göttlichen Herrschaft, wodurch er die Gerechtigkeit der Versöhnung von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit offenbarte. Die Versöhnung von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit bedeutete weder einen Kompromiss mit der Sünde noch die Missachtung jeglicher Forderung der Gerechtigkeit; doch indem jedem göttlichen Attribut sein vorgeschriebener Platz zugewiesen wurde, konnte Barmherzigkeit bei der Bestrafung des sündigen, reuelosen Menschen ausgeübt werden, ohne ihre Milde zu zerstören oder ihren mitfühlenden Charakter zu verlieren, und Gerechtigkeit konnte bei der Vergebung des reuigen Übertreter ausgeübt werden, ohne ihre Integrität zu verletzen.“ 1SM 260.2