Gleichnisse

Lektion 4, 3. Quartal Juli 20-26, 2024.

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Sabbatnachmittag 20. Juli

Gedächtnistext:

"Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit demselben Maß, mit dem ihr [anderen] zumeßt, wird auch euch zugemessen werden, und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden. Denn wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.” Markus 4:24, 25


In der Heiligen Schrift heißt es: “Das alles redete Jesus in Gleichnissen zu dem Volk, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen, was verborgen war vom Anfang der Welt an.” Matthäus 13,34.35. Christus benutzte Bilder aus der Natur, um durch sie geistliche Wahrheiten zu vermitteln. Er verknüpfte Naturgeschehen und Alltagserfahrungen seiner Zuhörer mit den Wahrheiten der Schrift. Auf diese Weise führen die Gleichnisse Christi vom Reich der Natur in das Reich des Geistes und sind damit Glieder einer Kette der Wahrheit, die den Menschen mit Gott und die Erde mit dem Himmel verbindet. BRG 11.2

In der ersten Zeit seiner Verkündigung hatte Christus zu den Menschen in so einfacher und klarer Weise gesprochen, dass eigentlich jeder die Wahrheit, die zur Erlösung führt, hätte erfassen müssen. Aber in vielen Herzen konnte die Botschaft dennoch keine Wurzeln schlagen und geriet schnell wieder in Vergessenheit. “Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen”, sagte Jesus einmal. “Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht ... Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt: ihre Ohren hören schwer, und ihre Augen sind geschlossen.” Matthäus 13,13.15. BRG 13.4

Sonntag, 21. Juli

Das Gleichnis vom Sämann


Lies Markus 4:1-9. Wie sehen die verschiedenen Böden aus und was geschieht mit dem Samen, der auf sie fällt?

Mit diesem Gleichnis vom Sämann veranschaulicht Christus das Wesen des Himmelreiches und das Wirken Gottes für sein Volk. Wie ein Sämann auf sein Feld geht, so kam Jesus, um den Samen der Wahrheit auszustreuen. Seine Gleichnisse waren das Saatgut, mit dem er die wunderbare Wahrheit seiner Gnade verbreitete. Weil es so einfach ist, hat gerade das Gleichnis vom Sämann noch nicht die Beachtung gefunden, die es verdient. Christus möchte mit ihm unsere Gedanken vom natürlichen Samen, der auf den Acker gestreut wird, auf den Samen des Evangeliums lenken, dessen Aussaat den Menschen wieder dazu bringen soll, sich auf Gottes Seite zu stellen. Kein anderer als der Herr des Himmels lehrt durch das Gleichnis vom kleinen Samenkorn, dass für das Gedeihen der Saat auf dem Feld und der Saat der Wahrheit dieselben Gesetze gelten. BRG 22.1

“Der Same ist das Wort Gottes.” Jedes Samenkorn besitzt einen Keim, der das Leben der zukünftigen Pflanze in sich birgt. Ebenso ist auch das Wort Gottes von Leben erfüllt. Christus sagt: “Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.” Johannes 6,63. “Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben.” Johannes 5,24. Alle Gebote und alle Verheißungen Gottes enthalten göttliche Kraft und göttliches Leben — die Voraussetzung für ihre Erfüllung. Wer Gottes Wort gläubig annimmt, empfängt das Leben und das Wesen Gottes selbst.BRG 26.1

Jedes Samenkorn bringt eine Frucht hervor, die seiner Art entspricht. Sät man es unter den richtigen Bedingungen aus, dann entwickelt es als Pflanze ein eigenständiges Leben. Nimmt ein Mensch den unvergänglichen Samen des Wortes gläubig auf, so wird durch die Frucht, die daraus wächst, sein Wesen und Leben Gott immer ähnlicher werden. BRG 26.2

Das Gleichnis vom Sämann befasst sich hauptsächlich damit, wie entscheidend wichtig die Beschaffenheit des Bodens für das Gedeihen der ausgestreuten Saat ist. Christus sagte seinen Zuhörern damit ungefähr Folgendes: Ihr schadet euch selbst, wenn ihr nur als Kritiker meiner Arbeit auftretet oder in eurer Enttäuschung verharrt, weil das, was ich tue, nicht euren Erwartungen entspricht. Entscheidend wichtig ist für euch, ob ihr meine Botschaft annehmt oder ablehnt, denn davon hängt euer ewiges Schicksal ab. BRG 31.1

Immer wieder weist Christus im Gleichnis vom Sämann darauf hin, dass die unterschiedlichen Ernteerträge von der Beschaffenheit des Bodens abhängen: Sämann und Same sind ja in allen Fällen dieselben. Jesus lehrt also, dass die Ursache in uns selbst liegt, wenn das Wort Gottes in unserem Herzen und Leben nichts ausrichtet. Dabei haben wir durchaus die Möglichkeit, den Ernteertrag mitzubestimmen. Gewiss, wir können uns nicht aus eigener Kraft ändern, aber immerhin haben wir die Möglichkeit der Wahl. Es liegt an unserer Entscheidung, was aus uns schließlich wird. Niemand braucht ein Hörer mit Weg-, Stein- oder Dornengrund zu bleiben. Der Heilige Geist versucht ständig, die Menschen aus der Verblendung zu reißen, die sie in weltlichen Dingen gefangen hält, und das Verlangen nach unvergänglichem Reichtum in ihnen zu wecken. Wer sich allerdings dem Wirken des Heiligen Geistes widersetzt, wird dem Wort Gottes gegenüber gleichgültig und nachlässig; er verschuldet dann selbst die Verhärtung seines Herzens, in dem der gute Same keine Wurzel fassen kann, dafür aber das erstickende Unkraut umso wilder wuchert. BRG 41.3

Montag, 22. Juli

Jesu Interpretation


Lies Markus 4:13-20. Wie hat Jesus das Gleichnis vom Sämann gedeutet?

Den Samen, der an den Wegrand fiel, deutete er so: “Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt der Böse und reißt hinweg, was in sein Herz gesät ist.” Matthäus 13,19. BRG 31.2

Dieser auf den Weg gefallene Same steht also für das Wort Gottes, das ins Herz eines unaufmerksamen Zuhörers fällt. Wie ein Weg von Menschen und Tieren festgetreten wird, so verhärtet sich das Herz, das zur Landstraße für die Welt mit ihren Freuden und Sünden geworden ist. Verstrickt in Selbstsucht und Nachsicht gegenüber eigenen Fehlern, wird die Seele verstockt “durch den Betrug der Sünde”. Hebräer 3,13. Lähmung befällt die geistlichen Fähigkeiten solcher Menschen; sie hören das Wort, ohne es zu verstehen, und merken gar nicht, wie sehr es gerade ihnen gilt. Sie erkennen ihre eigene Not und Gefahr, in der sie schweben, nicht. Die Liebe Christi nehmen sie nicht wahr, und seine Gnadenbotschaft lassen sie wie etwas vollkommen Uninteressantes an sich vorübergehen. BRG 31.3

Auf felsigem Grund findet der Same nur wenig Erde. Die Pflanze schießt zwar schnell auf, doch kann sie mit ihrer Wurzel nicht durch den Fels dringen, um die nötigen Nährstoffe zu erlangen, und stirbt so bald ab. Viele, die sich Christen nennen, sind nur an der Oberfläche für Gottes Wort empfänglich. Unter allen guten Wünschen und Zielen liegt bei ihnen die Selbstsucht des natürlichen Herzens wie felsiger Grund unter einer dünnen Humusschicht. Sie sind von Eigenliebe erfüllt und haben das wahre Wesen der Sünde noch nicht erkannt; daher ist ihr Herz auch nicht vom Bewusstsein der Schuld überwältigt. Solche Menschen lassen sich zunächst leicht überzeugen und sind dann scheinbar bekehrt, doch in Wirklichkeit ist ihr Glaube nicht echt. BRG 33.2

Sie fallen nicht deshalb von Gott wieder ab, weil sie das Wort zu schnell annehmen oder sich zu sehr darüber freuen — auch Matthäus folgte ja sofort dem Ruf des Heilandes, verließ alles und wurde sein Jünger. Gott möchte, dass wir sein Wort annehmen, sobald es unser Herz erreicht, und wir dürfen uns darüber freuen. “So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut.” Lukas 15,7. Wer an Christus glaubt, ist von Freude erfüllt. Bei den Menschen jedoch, von denen das Gleichnis sagt, dass sie das Wort schnell aufnehmen, verhält es sich anders: Sie machen sich nicht klar, welche Verpflichtungen sie eingehen und was das Wort Gottes von ihnen verlangt. Sie stellen das Wort nicht allen ihren Lebensgewohnheiten gegenüber und geben sich Christus nicht ganz in die Hand. BRG 33.3

Der Same des Evangeliums fällt oft unter Dornengestrüpp und Unkraut. Wenn keine sittliche Umwandlung des Herzens stattfindet, wenn schlechte Gewohnheiten und das alte Leben in der Sünde nicht aufgegeben werden, wenn das Wesen Satans nicht aus der Seele vertrieben wird, dann erstickt der Weizen, und Dornen wachsen zur Ernte auf. BRG 36.3

Die Gnade kann nur in einem Herzen gedeihen, das für den Samen der Wahrheit offen gehalten wird. Die Dornen der Sünde wachsen auf jedem Boden, ohne dass man sich besonders darum zu kümmern braucht; die Gnade Gottes aber benötigt sorgfältige Pflege. Dornen und Disteln schießen jederzeit schnell auf; deshalb muss das Feld ständig von ihnen gesäubert werden. Solange das Herz nicht unter Gottes Führung steht und der Heilige Geist nicht unaufhörlich unser Wesen umformt, gewinnen immer wieder alte Gewohnheiten die Oberhand. Jemand mag sich zum Evangelium bekehren, wenn er aber keine Umwandlung erlebt, so nützt ihm das gar nichts. BRG 36.4

Der Sämann erntet keineswegs nur Enttäuschung. Über die Saat, die auf gutes Land fiel, sagte der Heiland: “Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach.” Matthäus 13,23. “Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.” Lukas 8,15. BRG 43.3

Das “feine, gute” Herz, von dem das Gleichnis spricht, ist kein sündloses Herz; das Evangelium soll ja denen gepredigt werden, die verloren sind. Christus sagte: “Ich bin gekommen die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.” Markus 2,17. Ein “feines” Herz hat der Mensch, der sich vom Heiligen Geist überzeugen lässt, seine Schuld bekennt und fühlt, wie sehr er die Gnade und die Liebe Gottes braucht. Er sucht aufrichtig nach der Wahrheit und will Gottes Gebote halten. Ein “gutes” Herz ist gläubig und voll Vertrauen auf das Wort Gottes. Ohne Glauben ist es unmöglich, das Wort Gottes als solches anzunehmen; “denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.” Hebräer 11,6. BRG 43.4

Der Hörer, bei dem der Same auf gutes Land fiel, nimmt das Wort auf — nicht “als Menschenwort, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort”. 1.Thessalonicher 2,13. Nur wer die Bibel als die Stimme Gottes betrachtet, die zu ihm spricht, kann wirklich etwas für die Ewigkeit lernen. Er hat Ehrfurcht vor dem Wort, weil es für ihn die lebendige Wahrheit ist, und nimmt es in Geist und Herz auf. Solche Hörer waren Kornelius und seine Freunde, die zum Apostel Petrus sagten: “Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist.” Apostelgeschichte 10,33. BRG 44.2

Dienstag, 23. Juli

Der Grund für die Gleichnisse


Lies Markus 4:10-12. Warum hat Jesus in Gleichnissen gelehrt?

Jesus wollte die Menschen zu selbstständigem Fragen und Nachdenken anregen; er versuchte alle, die gedankenlos in den Tag hineinlebten, aufzurütteln und ihr Herz der Wahrheit zu öffnen. In Gleichnissen zu reden war damals beliebt und trug unweigerlich dazu bei, die Aufmerksamkeit und Wertschätzung der Zuhörer zu gewinnen — nicht nur bei den Juden, sondern auch bei anderen Völkern. Jesus hätte damals keine wirkungsvollere Lehrmethode wählen können. Wer unter seinen Zuhörern den aufrichtigen Wunsch nach geistlicher Erkenntnis hatte, der konnte seine Worte auch verstehen; Jesus war ja immer gern bereit, dem ehrlich Fragenden eine Antwort zu geben. BRG 14.1

Christus hatte aber auch Wahrheiten zu verkündigen, die das Volk noch nicht aufnehmen, geschweige denn verstehen konnte. Dies ist ein weiterer Grund, warum er in Gleichnissen predigte. Dadurch, dass er seine Botschaft mit Beispielen aus dem Alltagsleben, der Natur und dem Erfahrungsbereich seiner Zuhörer verknüpfte, sicherte er sich ihre Aufmerksamkeit und konnte so ihr Herz erreichen. Sahen die Menschen später einmal das, woran Jesus seine Botschaft veranschaulicht hatte, so fielen ihnen die Worte des göttlichen Lehrers wieder ein. Wer dann dem Heiligen Geist sein Herz öffnete, der verstand die Lehre des Heilands bald immer besser. Unbegreifliches wurde ihm klar und manches leicht verständlich, was vorher so schwer zu verstehen gewesen war. BRG 14.2

Jesus hatte aber noch einen anderen Grund dafür, in Gleichnissen zu reden. Unter seinen Zuhörern waren auch Priester und Rabbis, Schriftgelehrte und Älteste, Herodianer und Oberste — weltliebende, scheinheilige und ehrgeizige Männer, die keinen größeren Wunsch hatten, als ihn vor Gericht bringen zu können. Ihre Spione belauerten ihn ständig, um aus seinem Munde etwas zu hören, was zu einer Verurteilung hätte Anlass geben können. Sie wollten den zum Schweigen bringen, der die ganze Welt für sich zu gewinnen schien. BRG 14.4

Der Heiland durchschaute diese Männer, und so bot er die Wahrheit in einer Weise dar, die keinen Grund zur Anklage vor dem Hohen Rat hätte geben können. In Gleichnissen verurteilte er die Heuchelei und Schlechtigkeit der hohen Amtsträger. Hätte er diese harten Wahrheiten unverhohlen ausgesprochen, statt sie in bildhafte Sprache zu kleiden, dann hätte man seinen Worten erst gar nicht zugehört, sondern seinem Wirken sofort ein Ende gesetzt. Aber auf diese Weise gelang es ihm, den Spionen zu entgehen und dennoch die Wahrheit so klar darzustellen, dass jeder Irrtum bloßgelegt wurde und alle Aufrichtigen aus seinen Worten lernen konnten. Die Weisheit und unendliche Gnade Gottes wurden durch Bilder aus der Schöpfung nahe gebracht; aus Natur und Lebenserfahrung lernten sie etwas über Gott: “Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so dass sie keine Entschuldigung haben.” Römer 1,20. BRG 15.1

Lies Jesaja 6:1-13. Was geschieht hier mit Jesaja und wie lautet die Botschaft, die er nach Israel bringen soll?

Jesajas Demut war aufrichtig. Als ihm der Unterschied zwischen dem menschlichen und dem göttlichen Charakter klar gezeigt wurde, fühlte er sich ganz und gar untüchtig und unwert. Wie konnte er dem Volke die heiligen Forderungen Jehovas verkünden? DEV 15.3

“Da flog der Seraphim einer zu mir”, schreibt er, “und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen gerührt, daß deine Missetat von dir genommen werde und deine Sünde versöhnt sei.” DEV 16.1

Dann hörte Jesaja die Stimme des Herrn sagen: “Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?” und gestärkt durch den Gedanken an die göttliche Berührung antwortet er: “Hier bin ich, sende mich!” DEV 16.2

Wenn Gottes Diener durch den Glauben in das Allerheiligste blicken und unsern großen Hohenpriester im himmlischen Heiligtum seines Amtes walten sehen, erkennen sie, daß sie Männer mit unreinen Lippen sind, Männer, deren Zungen oft eitle Worte geredet haben. Wohl können sie verzweifeln, wenn sie ihre Unwürdigkeit mit der Vollkommenheit Christi vergleichen. Mit zerknirschtem Herzen, sich vollständig unwert und untüchtig zu ihrem großen Werk fühlend, rufen sie: “Ich vergehe.” Demütigen sie sich aber wie Jesaja vor Gott, dann wird auch an ihnen ein gleiches Werk getan werden wie an dem Propheten; ihre Lippen werden mit einer lebendigen Kohle vom Altar berührt, und sie werden sich selbst vergessen unter dem Bewußtsein der Größe und Macht Gottes und seiner Bereitwilligkeit, ihnen zu helfen. Sie werden die Heiligkeit des ihnen anvertrauten Amtes erkennen und lernen, alles zu verachten, was sie verleiten könnte, den zu entehren, der sie mit seiner Botschaft hinausgesandt hat. DEV 16.3

Mittwoch, 24. Juli

Lampe und Maß


Lies Markus 4:21-23. Worauf legt Jesus in dem Gleichnis von der Lampe besonderen Wert?

"Jesus benutzt das Licht einer Kerze, um seine Lehren darzustellen, die die Seelen derer erleuchten, die sie annehmen. Dieses Licht soll nicht vor der Welt verborgen werden, sondern es soll leuchten, um diejenigen zu erleuchten und zu segnen, die es sehen. Die Belehrung, die diejenigen erhielten, die Jesus zuhörten, sollte von ihnen an andere weitergegeben und so an die Nachwelt überliefert werden. Er erklärte auch, dass es nichts Verborgenes gibt, das nicht offenbart werden sollte. Was auch immer im Herzen war, würde früher oder später durch die Taten offenbart werden, und diese würden bestimmen, ob die gesäte Saat in ihrem Geist Wurzeln geschlagen und gute Früchte getragen hatte oder ob die Dornen und Brombeeren den Sieg davongetragen hatten. Er ermahnte sie, ihn zu hören und zu verstehen. Wenn sie die gesegneten Privilegien, die ihnen nun zuteil wurden, verbessern würden, würde dies zu ihrer eigenen Rettung führen und durch sie anderen zugute kommen. 2SP 243.1

Lies Markus 4:24, 25. Welche Lektion will Jesus mit dem Gleichnis vom Messkorb vermitteln?

"Und mit welchem Maß an aufrichtiger Aufmerksamkeit sie seinen Anweisungen zuhörten, würden sie im Gegenzug das gleiche Maß an Wissen erhalten. Alle, die seine Lehren wirklich verstehen wollten, würden voll befriedigt werden; ihre vom Himmel gegebenen Privilegien würden zunehmen; ihr Licht würde bis zum vollkommenen Tag heller werden. Aber diejenigen, die das Licht der Wahrheit nicht begehrten, würden in der Finsternis tappen und von den mächtigen Versuchungen Satans überwältigt werden. Sie würden ihre Würde und Selbstbeherrschung verlieren und das wenige Wissen, dessen sie sich gerühmt hatten, als sie erklärten, sie hätten Christus nicht nötig, und die Führung dessen verachteten, der einen Thron im Himmel verlassen hat, um sie zu retten." 2SP 243.2

"Das Maß des Ernstes, mit dem Sie mein Wort hören, damit Sie anderen helfen können, wird das Maß sein, in dem Ihnen die Erkenntnis dieses Wortes gegeben wird. Wer aufmerksam zuhört, dem wird es gegeben werden; denn Gott sieht, dass er sein Wissen richtig nutzen wird. Demjenigen, der seine Möglichkeiten nicht verbessert hat, der die Wahrheit nicht praktiziert hat, damit andere am Segen seines Wissens teilhaben können, wird auch das genommen werden, was er hat. Seine Gelegenheit, all das zu sein, wozu Gott ihn bestimmt hat, nämlich das Licht des Himmels zu empfangen und weiterzugeben, wird ihm genommen werden." PUR 22. Dezember 1904, Abs. 7

Donnerstag, 25. Juli

Gleichnisse vom Wachsenden Samen


Lies Markus 4:26-29. Worum geht es in diesem Gleichnis hauptsächlich?

Die materielle Welt steht unter Gottes Herrschaft. Die Natur gehorcht den Naturgesetzen. Alles verkündet und tut den Willen des Schöpfers. Wolken und Sonnenschein, Tau und Regen, Wind und Sturm — alles unterliegt der Aufsicht Gottes und leistet ihm unbedingten Gehorsam. Weil er dem Gesetz Gottes gehorcht, bricht der Getreidekeim durch den Erdboden und bringt “zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre” (Markus 4,28) hervor. Alles entwickelt sich zur richtigen Zeit, weil es sich dem Wirken des Herrn nicht widersetzt. Sollte da der Mensch, den Gott nach seinem Ebenbild geschaffen und mit Verstand und Sprache ausgestattet hat, allein die Gaben des Schöpfers nicht wertschätzen und seinem Willen nicht gehorsam sein? Sollten gerade wir vernunftbegabte Wesen in dieser Welt nur Verwirrung stiften? BRG 62.2

In allem, was zur Erhaltung unseres Lebens dient, muss göttliches und menschliches Bemühen zusammenwirken. Es gibt keine Ernte, wenn der Mensch nicht sät. Doch ohne die Einwirkung Gottes, der Sonnenschein und Regen, Tau und Wolken schickt, wächst keine Pflanze. Dieses Gesetz gilt überall: im Geschäftsleben, auf allen Gebieten von Forschung und Wissenschaft, im geistlichen Bereich, für die Charakterbildung und jedes christliche Wirken. Wir müssen zwar das Unsere tun, doch wenn wir die Kraft Gottes nicht mit unserem Bemühen zusammenwirken lassen, richten wir nichts aus.BRG 62.3

Lies Markus 4:30-32. Was ist die wichtige Betonung des Gleichnisses vom Senfkorn?

Der Same keimt dadurch, dass sich die Lebenskraft entfaltet, die Gott in ihn gelegt hat. Menschliche Macht hat darauf keinen Einfluss. So ist auch das Reich Christi eine neue Schöpfung. Die Grundsätze, nach denen es sich entwickelt, sind denen entgegengesetzt, die für die Reiche dieser Welt gelten. Irdische Regierungen herrschen durch Machtausübung und behaupten sich durch Krieg. Der Gründer des neuen Reiches dagegen ist der Friedefürst. Die Heilige Schrift symbolisiert weltliche Reiche durch Raubtiere; Christus dagegen bezeichnet sie als “Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt”. Johannes 1,29. Sein Regierungsprogramm kennt keine Anwendung nackter Gewalt, um das Gewissen zu beherrschen. Die Juden erwarteten, dass das Reich Gottes auf die gleiche Art entstehen werde wie die Reiche dieser Welt. Durch äußerliche Maßnahmen wollten sie der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen und erdachten zu diesem Zweck allerlei Methoden und Pläne. Aber Christus wirkt gegen Irrtum und Sünde, indem er den Grundsatz der Wahrheit und Gerechtigkeit in unser Herz pflanzt. BRG 57.3

Als Jesus das Gleichnis erzählte, konnte man überall Senfpflanzen sehen; sie überragten Gras und Getreide und wiegten ihre Zweige im Wind. Diese Riesenpflanzen stammen aus winzigsten Samenkörnern. Zuerst waren nur zarte Schösslinge aufgekeimt, die aber bereits große Lebenskraft in sich hatten. Sie wuchsen und gediehen, bis die Pflanzen ihre volle Größe erreicht hatten und Vögel zwischen ihrem Blattwerk singen und von Zweig zu Zweig flattern konnten. Auch das Reich Christi sah anfangs bescheiden und unbedeutend aus. Im Vergleich mit Reichen dieser Welt schien es das allergeringste zu sein. Für die Mächtigen dieser Erde war der Anspruch Christi, ein König zu sein, geradezu lächerlich. Doch das Reich des Evangeliums barg mit den mächtigen Wahrheiten, die der Herr seinen Nachfolgern anvertraut hatte, göttliche Lebenskraft in sich. Wie schnell wuchs es! Wie schnell gewann es an Einfluss! BRG 58.1

Freitag, 26. Juli

Weiterführendes Studium

Matt. 13:31, 32 - "Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte. Dieses ist zwar unter allen Samen das kleinste; wenn es aber wächst, so wird es größer als die Gartengewächse und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.

Da das Senfkorn das kleinste aller Samenkörner ist, zeigt dieses Gleichnis, dass derjenige, der das Königreich gründen wird, entgegen aller menschlichen Erwartungen sehr unbedeutend sein wird. Doch so wie die Senfpflanze zum größten aller Kräuter wird, so wird das Königreich wachsen und das größte aller Reiche werden. Da dies allen menschlichen Planungen widerspricht, ist es nur natürlich, dass diejenigen, die wie Nikodemus sind und sich weiterhin schämen, mit etwas identifiziert zu werden, das unbeliebt, verhasst und unbedeutend ist, infolgedessen vom Königreich ausgeschlossen werden.

Wahres Christentum ist ein Wachstum. Es ist wie eine Pflanze. Christus selbst wird als ein Zweig dargestellt (Jes. 11:1) und sein Reich als ein Senfkorn (Mt. 13:31, 32), das, nachdem es gepflanzt wurde, zu einem Baum wird, dem größten seiner Art. Aber da sich der buchstäbliche Baum notwendigerweise von physischer Nahrung ernähren muss, muss sich auch der geistige Baum notwendigerweise von geistiger Nahrung ernähren, von der der Zweig selbst ernährt wurde: